Der Weg zur Arbeit wird meist zu Fuß bewältigt. Natürlich flotten Schritts, denn man ist ja noch jung oder fühlt sich wenigstens so. Die tägliche Route führt an einer Kinderkrippe vorbei. Seit das Wetter gewisse Ähnlichkeit mit Sommer bekommen hat, sind die Kleinen oft draußen. Drei Steppkes, kaum den Windeln entwachsen, hängen am Gartentor und beobachten, was auf der Sophienstraße los ist. Freundlich grüßt der Passant: „Hallo, ihr drei!“ Alle drei grüßen wohlerzogen zurück, was den Fußgänger freut, bis ihm ins Bewusstsein dringt, was der Kleinste der kleinen Würmer da eben so freundlich und ohne jede Arglist gesagt hat. Er krähte nämlich: „Hallo, Opa!“
Opa, Anfang der 60er Jahre. Hein Mansholt aus Brinkum, Ostfriesland.
Wochenblatt-Serie über alte Menschen gewinnt Wettbewerb des Verbandes Deutscher Lokalzeitungen
Jever/Berlin – Die Zeitungsserie „Respekt – Porträts von alten Menschen aus dem Jeverland“, die in diesem Jahr auch als Buch erschien, ist mit dem „FERAG-Leser-Blatt-Bindungspreis“ des Verbands Deutscher Lokalzeitungen(VDL) ausgezeichnet worden Der Preis wurde am Mittwoch, 12. Juni, anlässlich des VDL-Kongresses in feierlichen Rahmen in der Akademie der Künste in Berlin überreicht.
In Berlin nahmen die Teammitglieder Brigitte Meiners, Helmut Burlager und Sigrid Kasdorf stellvertretend für das ganze Respekt-Team den ersten Preis des VDL-Wettbewerbs entgegen. Foto: VDL
Wochenblatt-Redaktionsleiter Helmut Burlager, Fotografin Sigrid Kasdorf und Autorin Brigitte Meiners nahmen den ersten Preis in der Kategorie „Redaktion“ stellvertretend für das gesamte „Respekt“-Team entgegen, zu dem auch die Wochenblatt-Redakteure Cornelia Lüers und Christoph Hinz, Jörg Reents und Ottmar Kasdorf von der Fresenia-Loge Jever sowie Nantke Ihnen vom Landkreis Friesland gehören.
Mit der Auszeichnung hat das gemeinsame Projekt „Respekt“ des Jeverschen Wochenblatts, der Fresenia-Loge zu Jever und der Koordinierungsstelle „Älter werden“ des Landkreises Friesland eine bundesweit ausstrahlende Würdigung erfahren. Der Preis wird jährlich in drei Kategorien mit ersten, zweiten und dritten Plätzen vergeben. Die Wochenblatt-Serie mit 52 Porträts alter Menschen aus dem Jeverland wurde in der Kategorie „Redaktion“ von der Jury einstimmig auf Platz 1 gesetzt. Übergeben wurde der Preis durch Verkaufsleiter Tim Kuhrau vom Druckmaschinenhersteller Ferag GmbH. Das ist der Sponsor der von Bildhauerin Anne Hollmann aus Dötlingen gestalteten Trophäen, die den „Leser“ und seine Anhänglichkeit an „sein“ Blatt symbolisieren. Jurymitglied Stefan M. Kob interviewte auf der Bühne vor Verlagsmanagern und Chefredakteuren aus ganz Deutschland die aus Jever angereisten Teammitglieder Sigrid Kasdorf, Brigitte Meiners und Helmut Burlager, nachdem die Besonderheit des Projekts in einer Multimedia-Präsentation gewürdigt worden war.
Das Buch bestellen: Hier klicken!
Im Urteil der Jury heißt es unter anderem: „Respekt vor dem Alter ist eine hehre gesellschaftliche Forderung. Wenn man sie aber mit bewegenden Lebensgeschichten untermauert wie das Wochenblatt, stellt sich Respekt auch bei jungen Lesern von alleine ein.“ Die Beiträge hätten „fast nebenbei“ eine Brücke zwischen Alt und Jung geschlagen. Beeindruckt habe die Jury auch die formale Umsetzung der Serie mit professionellen Porträts aus dem Fotostudio und dem durchgängig gestalteten Schreibstil mit kurzen Sätzen und klarer Sprache.
Die starke Resonanz aus der Leserschaft, die Erstellung eines Reprints in Buchform nach dem Serienende und die Planung einer Ausstellung wurden als Gesamtkonzept besonders hervorgehoben. „Besser kann man Leser – ob jung, ob alt – nicht an die Zeitung binden“, fand die Jury.
Der Verband Deutscher Lokalzeitungen ist die Interessenvertretung von mehr als 80 mittelständischen Zeitungen mit einer Gesamtauflage von 1,4 Millionen Exemplaren.
Beim Workshop in Wittmund, von links Bafode Soumah, Manni Dirks, Billy Konatè mit John (vorne). Foto: Daniela Buhl
Wittmund – Die Musikschule Friesland-Wittmund schaffte es erneut, mit dem Koordinator der Veranstaltung Manfred Dirks einen bemerkenswerten Djembespieler nach Ostfriesland einzuladen. Billy Konatè ist ein bekannter Lehrer für westafrikanischen Tanz und Percussion. Er unterrichtet neben der Djembe und der Dundunba auch Sangban, Kekeni und weitere Instrumente. Der aus Conakry/Guinea stammende Sohn des großen Trommlermeisters Famoudou Konatè spielt bereits seit seinem siebten Lebensjahr mit seinem Vater die traditionellen Klänge der Malinke.
Außer in Deutschland bietet Konatè regelmäßig Workshops in den Niederlanden, Frankreich, der Schweiz und Italien an. Zu den Lehrgängen fanden sich wieder erstaunlich viele Teilnehmer ein. Billy Konatè brachte als Verstärkung seinen Freund Bafodè Soumah mit, dieser unterstützte die Rhythmen mit einer Basstrommel. Drum-Master Konatè erklärt: „Die Musik gibt Kraft zur Arbeit , sie gehört zum Alltag in Afrika. Auch wird sich mit Liedern für die Ernte oder auch für den Regen bedankt .“
Mit einigen Malinke-Rhythmen schon vertraut, erlernten die Teilnehmer der Fortgeschrittenengruppe recht schnell den Rhythmus „Goromba“ , ein Dankeslied für den Regen. Schon nach kurzer Zeit konnte dieser in nur einem Workshop in mehreren Stimmen gespielt werden. Die Teilnehmer waren begeistert und hatten viel Spaß.
Jever – Im bundesweit ausgeschriebenen Innovationswettbewerb des deutschen Beamtenbundes hat die Online-Beteiligungsplattform LiquidFriesland einen Sonderpreis gewonnen, der Mittwoch in Leipzig verliehen wird. Jever – Der Landkreis Friesland gehe mit LiquidFriesland einen „neuen Weg der ‚Bürgerbeteiligung 2.0‘“, lobt der Bundesvorsitzende des dbb beamtenbund und tarifunion, Klaus Dauderstädt. Dieser neue Weg ist dem dbb einen mit 5000 Euro dotierten Sonderpreis in seinem bundesweit ausgeschriebenen Innovationswettbewerb 2013 wert, der Preis wird am 5. Juni anlässlich des Kongresses „moderneVerwaltung“ in Leipzig verliehen. „Über diese Auszeichnung freuen wir uns besonders, weil sie den Kern von LiquidFriesland in den Blick nimmt: Ein zusätzliches Beteiligungsangebot an den Bürger, das auf die Chancen des Internets setzt und eine Brücke schlägt zwischen Online-Beteiligung und Offline-Politik“, so Frieslands Landrat Sven Ambrosy.
Der Wettbewerb des dbb soll Neuerungen im öffentlichen Dienst initiieren, fördern und der Öffentlichkeit als Vorbild bekannt machen. Bei einer Vielzahl der Bewerbungen handele es sich um Projekte, die sich mit der Bewältigung ganz konkreter Folgen des demografischen Wandels auseinandersetzten – etwa zunehmender körperlicher Immobilität lebensälterer Bürger, dem steigendem Erfordernis alternativer Informations- und Beteiligungskanäle oder der Nachwuchskräftegewinnung innerhalb der Verwaltung, so Dauderstädt. „Mit ihrem Votum würdigt die Jury das Verantwortungsbewusstsein und den Mut, vor dem Hintergrund des demografischen Wandels in der Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürgern neue Wege zu beschreiten.“
Zugegeben, andere Seiten machen das an einem Tag. Aber Bild und Spiegel wollten wir sowieso nicht das Wasser abgraben. Friesenblog hat heute 50.000 Aufrufe erreicht. Danke an alle Follower!
Mit diesem Foto fing’s mal an. Der Friesenblog-Kutter aus Westeraccumersiel war ziemlich lange das Erkennungszeichen des Friesenblogs. Foto (c): Helmut Burlager
Die manchmal sonderbaren Wege des Lebens:
Autobiografie „Aus der Heimat hinter Blitzen rot …“
Von Helmut Burlager
Jever – Es gibt Leben, aus denen könnte man fünf Bücher machen. So auch das von Dr. Fritz Keinsteuber. Man könnte über seine Kindheit und Jugend in Jever schreiben, denn der Mann, der hier 1939 in eine Kaufmannsfamilie hineingeboren wurde, steckt voller Erinnerungen und Anekdoten aus einer schon fast vergessenen Zeit. Man könnte über den erfolgreichen Manager schreiben, der früh der Enge der Kleinstadt entfloh, in Weltunternehmen tätig war und sich schließlich seinen Kindheitstraum erfüllte, im fernen Indonesien zu arbeiten, zu leben und eine Familie zu gründen.
Dr. Fritz Kleinsteuber Foto (c): H. Burlager
Ein ganzes Buch wäre auch wert, was Fritz Kleinsteuber über den Umgang seiner Stadt mit Schuld und Verstrickung im Nationalsozialismus zu sagen hat. Ein Porträt des Liberalen Fritz Kleinsteuber, der sich mal anschickte, als FDP-Politiker Karriere zu machen und in den Bundestag zu gehen, ergäbe einen eigenen Band. Und über die unter so besonderen Umständen entstandene Stadt Wilhelmshaven und ihre Schwierigkeiten, aus der Chance des tiefen Fahrwassers etwas zu machen, hat der Mann auch schon so viel nachgedacht, gesagt und geschrieben, dass ein Buch aus seiner Feder darüber für heftige Diskussionen sorgen würde.
Die fünf Bücher gibt es nicht. Dafür gibt es nun eines, in dem das alles in einem bunten Kaleidoskop zusammengefasst ist. Fritz Kleinsteuber hat es selbst geschrieben, die „Stationen der Lebensreise“ zu Papier gebracht, wie er es nennt. Das Buch „Aus der Heimat hinter den Blitzen rot…“ vereinigt auf 362 Seiten alles: Die Erinnerungen des 74-Jährigen, der auszog, die Welt zu erobern und den seine friesische Heimat doch nie losließ, die kritische Sicht auf jeversche Stadtgeschichte und -entwicklung der letzten sechzig, siebzig Jahre, das Bekenntnis zu einer freiheitlichen, marktwirtschaftlichen Politik, zu seiner Heimat und eine recht selbstkritische Bilanz über Erreichtes und nicht Erreichtes, über Erfolge und Scheitern, über ein letztlich dann doch ganz normales Leben.
Es gibt, bis auf die nahen Angehörigen, vor allem seine drei erwachsenen Kinder, für die er das Buch eigentlich geschrieben hat, sicher niemanden, den all die Facetten dieses Werkes gleichermaßen interessieren werden. Doch insgesamt ist die Lektüre hoch spannend, gibt ganz unerwartete Einblicke besonders für den, der ein bisschen mit Jever vertraut ist.
Da ist die Welt der Mühlenstraße mit ihren Kneipen und Geschäften, mit ihren teils schrulligen Typen. Die Kaufmannsfamilie Kleinsteuber, die mit Glück und Raffinesse zu Ansehen und Wohlstand aufstieg und über die dann irgendwann doch die neue Zeit hinweg ging. Da entstehen – im Kleinen – Typen vor Augen wie bei den Buddenbrooks, nur dass ihre Welt eben nicht Lübeck und Hamburg ist, sondern Waddewarden und Heidmühle. Geschichten aus der Pennälerzeit des damals noch gar nicht so ehrgeizigen Fritz am MG, der lieber mit seinen Freunden auf den Weiden herumstromert, mit dem Luftgewehr schießt und im nagelneuen Heidmühler Freibad den Mädels nachguckt, als für die Schule zu büffeln. Und der schon jene Sehnsucht nach „Batavia“ verspürt, das er damals in Büchern, auf Sammelbildchen und im Kolonialwarenladen entdeckt. Jener Stadt also, die inzwischen Jakarta heißt und in der er Jahrzehnte später nicht nur als Geschäftsführer der Deutsch-Indonesischen Industrie- und Handelskammer auf dem beruflichen Höhepunkt ankommen, sondern auch seine Frau fürs Leben treffen und heiraten wird.
Zu Hause das Fernweh, in der Ferne die Sehnsucht nach zu Hause, so wird er zum Pendler zwischen zwei Welten. Beiden ist er in kritischer Leidenschaft verbunden. Das Buch erklärt seinen Kindern, aber nicht nur ihnen, dass das Leben manchmal sonderbare Kurven nimmt.
Fritz Kleinsteuber: „Aus der Heimat hinter den Blitzen rot…“, 363 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Verlag AS Productions Indonesia, Jakarta. Vertrieb: Verlag Hermann Lüers, Jever. 19,90 Euro. ISBN 978-979-17057-9-0.
Seine Frau Asti Kleinsteuber hat ebenfalls etliche Bücher verfasst, unter anderem über die Präsidentenpaläste und über chinesische Tempel in ihrer Heimat Indonesien, außerdem zahlreiche Ratgeber, Kunstbücher und mehr. http://genta.co.id/en/profilAstiK.php
Verleger Florian Isensee, Stellvertretender Landrat Gustav Zielke und der Autor Jürgen Woltmann stellten den neuen Friesland-Bildband vor. Foto (c): Helmut Burlager
Isensee Verlag bringt neuen Bildband heraus
Jever – Der Schlossturm in Jever, der Westturm auf Wangerooge, das Wasserschloss Gödens, die Schlosskirche Varel – der neue Bildband „Friesland. Weites Land am Jadebusen“ aus dem Isensee Verlag zeigt gleich auf der Titelseite die Schönheiten des Landkreises. Das ist auch die Absicht, die Autor Jürgen Woltmann und Verleger Florian Isensee mit dem Buch verfolgen. In Jever stellten sie es im Kreisamt vor und übergaben es an den stellvertretenden Landrat Gustav Zielke, der sich im Namen des Landkreises für das Werk bedankte und dem Verfasser großes Lob aussprach.
Idyllische Landschaft und ein Landkreis zwischen Tradition und Moderne – so kündigte Florian Isensee den Bildband an. Zahlreiche farbige Fotografien und interessante Texte entführen den Leser in den Norden des Oldenburger Landes, der an Jadebusen und Nordsee grenzt. Genau diese haben es dem Autoren Jürgen Woltmann auch angetan.
Der frühere leitende Mitarbeiter des Unternehmens Cewe-Color in Oldenburg hatte nämlich jahrelang sein Segelrevier auf der Jade. So nannte er auch Hooksiel seinen Lieblingsplatz im Landkreis Friesland. Als Oldenburger ist ihm obendrein besonders Dangast mit seinem Hafen, dem Strand und dem Alten Kurhaus von Jugend an vertraut. Mit liebevollem Blick fürs Detail und mit historischen Fakten stellt der Autor die schönsten Plätze vor und schafft neben einem informativen Rundgang für Touristen auch neue Einblicke für Einheimische. Sowohl die Kulturgeschichte als auch die abwechslungsreiche Natu Frieslands fängt er in Bild und Text ein. Dabei nimmt er den Leser mit auf seine ganz eigene Reise durch seine Heimat und die Traditionen, die diesen Landstrich prägen. Die besondere Geschichte der Region stellt der Autor informativ und spannend vor. Wie Wortmann sagte, haben es ihm besonders die großen Kirchen, die Burgen und Schlösser Frieslands angetan. Er hat sie alle bereist, fotografiert, ihre Geschichte recherchiert.
So beschäftigt sich das Buch am Ende doch mehr mit der Tradition als mit der Moderne, es wendet sich naturgemäß an die Touristen, die in großer Zahl nach Friesland kommen. Sie nehmen mit diesem Buch ein Stück Friesland mit nach Hause, mit all seinen Sehenswürdigkeiten und schönen Landschaften.
Für den Isensee Verlag schließt der neue Band eine Lücke. Wie Florian Isensee sagte, ist damit die Reihe der Bildbände über die Landkreise und kreisfreien Städte im Oldenburger Land wieder komplett. Der Isensee Verlag hat vor etlichen Jahren bereits einen Friesland-Bildband herausgegeben, damals noch in schwarz-weiß, doch der war längst vergriffen, und so war es an der Zeit, ein neues Buch zu schaffen. Den Auftrag dafür erhielt Jürgen Wortmann, der bereits einige Bildbände aus der gesamten Region des Oldenburger Landes illustriert und mit Texten versehen hat.
Friesland. Weites Land am Jadebusen. 84 Seiten, 151 Abbildungen. 14,80 Euro. Verlag Isensee. ISBN 978-3-89995-966-6.
Bildband mit dreisprachigen Erläuterungen – die leider nicht immer zutreffen
Schade, wenn ein gut gemachter Bildband unter den Mängeln des bisschen Textes leidet, der die schönen Fotos illustriert. So wie im neu erschienenen Werk aus dem Wartberg-Verlag, „Im Land der Friesen“. Es gibt ja nicht wenige solcher Bildbände, die das Land zwischen Ems und Jade mit seinen pittoresken Städtchen, Sielhäfen und Inseldörfern so zeigen, wie es sich auch in Tourismusprospekten gern präsentiert. Das ist nicht ganz das wahre Ostfriesland, sondern nur die Schokoladenseite eines Landstrichs, der auch Hinterhöfe hat. Aber Bayern besteht ja auch nicht nur aus Bergen, Seen und Lederhosen.
Es ist also ein Bildband wie viele, mit Ansichten zahlreicher friesischer Sehenswürdigkeiten von Kutterhäfen bis Windmühlen, von Inselstränden bis zu holländisch anmutenden Altstadtgässchen. Die Fotos von Günter Franz, ergänzt um eine Reihe von Agenturbildern, zeigen, dass er den Blick fürs Typische hat, aber das außergewöhnliche Motiv nicht übersieht.
Die Idee, die das Buch von der Masse abhebt, ist eine andere: Es ist dreisprachig, die erläuternden Texte stehen auf Deutsch, Englisch und Französisch nebeneinander. Der Bildband ist dadurch ein ausgezeichnetes Mitbringsel für ausländische Besucher der Region. Die werden auch, anders als der heimatkundlich bewanderte einheimische Leser, nicht bemerken, dass die beschreibenden Texte aus der Feder des Sachbuchautors Ulf Kaack hier und da etwas fehlerhaft daherkommen.
Das fängt mit sonderbaren Aufzählungen („Ostfriesland, das Wangerland und Butjadingen sind…“) an, geht über veraltete Informationen („Seit 1903 ist Emden die Heimat der Nordseewerke. Heute werden hier nicht nur Schiffe gebaut…“) und falsche historische Angaben („Die 1896 errichtete Alte Inselkirche ist die älteste Kirche Ostfrieslands“) bis hin zur Erfindung neuer geografischer Bezeichnungen („Die östlichste der ostfriesischen Inseln gehört als Einzige politisch nicht zu Ostfriesland, sondern zum friesischen Weserland“). Das mindert die Qualität der sonst gefällig und kurzweilig verfassten Erläuterungen ein wenig, stört am Ende wohl aber nur den, der sich etwas besser auskennt. Vielleicht verkauft die erste Auflage sich so gut, dass vor dem Druck der zweiten die kleinen Pannen ausgebügelt werden. Der Bildband selbst wäre es wert.
Ulf Kaack, Günter Franz, Im Land der Friesen – Zwischen Ems und Weser. 72 Seiten, gebunden, zahlreiche Farbfotos, deutsch/englisch/französisch. 15,90 Euro, Wartberg Verlag, ISBN 978-3-8313-2490-3
In der Oldenburger Nordwest-Zeitung und den redaktionell verbundenen Blättern ist heute eine sehr schöne Rezension unseres Buches „Respekt – Porträts von alten Menschen aus dem Jeverland“ von Redakteurin Lore Timme-Hänsel erschienen: Zum Artikel
In ihrer Bauart hebt sie sich von den vielen typischen Galerieholländern auf der ostfriesischen Halbinsel ab, doch nicht nur deshalb lohnt sich am „Vatertag“ ein Ausflug zur Bockwindmühle in Dornum. Der Mühlenverein von 1626 – Herrlichkeit Dornum lädt für Donnerstag , den Himmelfahrtstag, mit einem bunten Programm rund um die Bockwindmühle ein. Um 11 Uhr öffnen sich die Türen auf dem Mühlengelände. Die Mühle wird in den Wind gedreht und Segel gesetzt. Es gibt es kostenlose Mühlenführungen und viele Geschichten rund um die Mühle. Und natürlich wird auch ein bisschen „Vatertag“ gefeiert.
Die Bockwindmühle Dornum wird auf Wikipedia genauer beschrieben: Zum Wikipedia-Artikel