Das ist, was Heike Pohl zu meinem Blogeintrag von gestern (Respekt) geschrieben hat:
„Das war eben ein merkwürdiger Moment. Als ich den Post sah, dachte ich: Den Mann kennst du. So nachhaltig kann sich ein Gesicht einprägen, zu dem man „lediglich“ eine kleine Geschichte kennt. Das Buch ist einfach schön und hat einen Ehrenplatz bei mir, auch in den Gedanken. Damit habt ihr für ein bisschen Unsterblichkeit gesorgt. Das wussten sicher auch die beiden alten Menschen.“
Fast zwei Jahre sind vergangen, seit unsere preisgekrönte Zeitungsserie „Respekt“ zu Ende ging. Die Porträts von 53 alten Menschen aus dem Jeverland sind anschließend als Buch erschienen. Die Auflage ist inzwischen nahezu vergriffen. Es liegt in der Natur der Sache, dass, wenn man über so viele betagte und hochbetagte Menschen schreibt, nach einiger Zeit die ersten nicht mehr am Leben sind. Das „Respekt“-Team ist jedesmal traurig, wenn es Todesanzeigen von den bemerkenswerten Männern und Frauen liest, die in der Serie aus ihrem Leben berichtet haben. In den vergangenen Tagen sind wieder zwei der Porträtierten gestorben, die mir persönlich besonders nah standen, die eine familiär, der andere beruflich. Hier kann man die Lebensgeschichten der beiden noch einmal nachlesen:
Ein Almanach (mittelniederl.almanag aus mittellatein.almanachus = (astronomisches) Jahrbuch von der arabischen Wurzel منح manaḥa) ist eine periodische, meist einmal im Jahr erscheinende Schrift zu einem thematisch abgegrenzten Fachbereich. Der Duden unterscheidet zwischen einem (früheren) Gebrauch mit einem Kalender verbundene bebilderte Sammlung von Texten aus verschiedenen Sachgebieten wie der Belletristik, Theater, Mode, Reisen und ähnlichem sowie einem aus besonderem Anlass oder aus Werbegründen veröffentlichter Querschnitt aus der Jahresproduktion eines Verlages.
Das war Wikipedia. Ostfriesisches Almanach nennt sich im Untertitel der Harlinger Heimatkalender, und aus der Wikipedia-Definition darf man sich in diesem Fall herausgreifen, dass es sich um eine „mit einem Kalender verbundene bebilderte Sammlung von Texten aus verschiedenen Sachgebieten“ handelt. Im 66. Jahrgang erscheint das Kalendarium aus dem Brune-Mettcker-Verlag in Wittmund inzwischen. Und neben kalendarischen Informationen, die man nicht überall findet, zum Beispiel dass der 15. Oktober der Gedenktag der Hedwig von Schlesien ist, bietet der Heimatkalender wieder eine Vielzahl historischer Informationen. Karl-Heinz de Wall hat „Historische Notizen“ aus der Gemeinde Friedeburg beigesteuert, Gerd Rokahr schribt über Sinti und Roma in Esens, Ude Hangen über 250 Jahre Friedrichsgroden und Friedrichsschleuse. Ein kleines Porträt des ostfriesischen Politikers Jann Berghaus verfasste Martin Stolzenau. Axel Heinz erinnert an untergegangene Marschendöfer im Watt vor Bensersiel. Einen Kunstschatz in der Burg Edenserloog, nämlich einen Fayence-Kachelofen, beschreibt Ulrich Cramer. Rainer Hinrichs stellt das Neudorfer Grashaus bei Buttforde vor und Rolf Adert erzählt, wo das „Alte Tief“ durch Wittmund verlief. Detlef Kiesé, der den Kalender auch redigiert,hat über die fast vergessene Industrie der Muschelkalkwerke in Ostfriesland geforscht und beschreibt das Muschelkalkwerk in Esens. Der Erste Weltkrieg, der vor hundert Jahren den Kontinent erschütterte, hatte seine Auswirkungen bis in die einsamsten ostfriesischen Dörfer. Davon berichtet Rainer Hinrichs.
Ein besonderes Nachschlagwerk beschließt den Kalender. Von Landkreis, Städten und Gemeinden über Schulen, Kirchen und Gerichten bis zu Vereinen und Verbände im Harlingerland und darüber hinaus sind Namen, Anschriften, Telefonnummern und etliche weitere Informationen über die wichtigsten Institutionen der Region aufgelistet. Das erspart manche schwierige Suche in Telefonbuch, Adressbuch oder im Internet. Dass der Heimatkalender traditionell mit dem Trächtigkeitskalender endet, unterstreicht seine Bedeutung für eine sehr ländliche Region.
Der Kalender kostet 5,95 Euro, bestellen kann man ihn hier (zuzüglich 4 Euro Versandkosten). Es gibt ihn auch in den Geschäftsstellen des Anzeiger für Harlingerland und des Jeverschen Wochenblatts sowie im regionalen Buchhandel.
„Journalisten müssen oft vereinfachen, um komplizierte Sachverhalte für Mediennutzer kurz und verständlich darzustellen. Manchmal führt das zu einem Dilemma: Wie beschreibe ich die Gruppe, der ich zugehöre? Wie beschreibe ich die Anderen …?“
2013 sind auf Initiative der »Neuen deutschen Medienmacher« bundesweite Vertreterinnen und Vertreter von Medien, Wissenschaft und Verwaltung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zusammengekommen und haben Begriffe diskutiert und Definitionen abgeglichen. Daraus wurde Glossar „Formulierungshilfen für die Berichterstattung im Einwanderungsland“. Von „Afrodeutsche“ bis „Zuwanderer“ sind darin Begriffe zu den Themen „Wer sind wir – wer sind die Anderen?“, Islam, Kriminalitätsberichterstattung, Migration und Asyl erläutert und bewertet.
Ist diese ARD-Themenwoche Toleranz denn nötig? Wir sind doch alle so tolerant. Sollte man meinen. Da hat der Tanzclub „Capitol“ in Bremerhaven denn auch glatt abgestritten, dass er einem lesbischen Paar, das Tanzen lernen wollte, die Tür gewiesen hat. Inzwischen aber haben sich weitere Paare gemeldet, denen das Gleiche widerfahren ist. Originell die Begründung, die der stellvertretende Vorsitzende des „Capitol“ einem lesbischen Paar genannt haben soll: „Wir bringen einer Frau keine Männerschritte bei!“ Na denn…
„Und führe mich nicht in Versuchung“ – je weiter ein Radfahrer sich freiwillig rechts an den Fahrbahnrand quetscht, desto eher bringt er Autofahrer dazu, ihn zu überholen, auch wenn der Platz dafür eigentlich nicht ausreicht. Der Radfahrer, der ziemlich weit in der Mitte der Fahrbahn fährt, mag zwar den einen oder anderen Autofahrer ärgern. In Wirklichkeit hilft er ihm aber, unfallfrei durchs Leben zu kommen. Sagt der Autor dieses interessanten Artikels im Blog Alle Macht den Rädern
Friesenblog hat ja ausführlich über den Weltenbummler Gunter Holtorf und seinen Geländewagen „Otto“ berichtet, der praktisch alle Länder dieser Erde bereist hat, die mit dem Auto zu befahren sind. Jetzt hat „Travelbook“ ausführlich über den Rückkehrer berichtet, der nach 26 Jahren seine Weltreise abgeschlossen hat. Lesenswert: „Meine Lieblingsziele“
In den ersten zehn Monaten des Jahres 2014 sind die Seenotretter auf Nord- und Ostsee 2006 Mal im Einsatz gewesen. Die Besatzungen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) haben dabei 749 Menschen aus Seenot gerettet oder Gefahr befreit.
Im Einzelnen haben die Besatzungen der 60 Seenotkreuzer und Seenotrettungsboote von Januar bis Oktober 2014
• 45 Menschen aus Seenot gerettet,
• 704 Menschen aus drohender Gefahr befreit,
• 344 Mal erkrankte oder verletzte Menschen von Seeschiffen, Inseln oder Halligen
zum Festland transportiert,
• 58 Schiffe und Boote vor dem Totalverlust bewahrt,
• 942 Hilfeleistungen für Wasserfahrzeuge aller Art erbracht sowie
• 532 Einsatzanläufe und Sicherungsfahrten absolviert.
In vielen Fällen griffen die Seenotretter frühzeitig ein und begrenzten so Schäden bereits im Vorfeld. Zudem sind sie 2.526 Mal in ihren Revieren zwischen Borkum im Westen und Ueckermünde im Osten auf Kontrollfahrt gegangen. Seit ihrer Gründung am 29. Mai 1865 hat die DGzRS bis Ende Oktober 2014 insgesamt 81.665 Menschen aus Seenot gerettet oder Gefahrensituationen auf See befreit.
Zu den herausragenden Einsätzen der ersten zehn Monate des Jahres 2014 gehört die Rettung dreier Fischer von ihrem gekenterten 15-Meter-Kutter durch den Seenotkreuzer HERMANN HELMS in der Elbmündung vor Cuxhaven am 29. April.
Bereits am 21. März rettete die Besatzung des Bremerhavener Seenotkreuzers HERMANN RUDOLF MEYER eine Frau, die offenbar vom Nordenhamer Fähranleger in die Weser gestürzt war. Ohne Schutzkleidung und bei nur acht Grad Wassertemperatur erfolgte die Rettung buchstäblich in letzter Minute.
In der Nacht zum 20. Mai verletzte eine große Stichflamme aus dem Krabbenkutter zwei Fischer an Bord eines Kutters südwestlich von Amrum schwer. Der Seenotkreuzer VORMANN LEISS nahm einen Notarzt an Bord und barg die Männer ab. Der Landrettungsdienst brachte sie in eine Spezialklinik.
Besonders arbeitsreich war das zweite Augustwochenende für die Seenotretter. Knapp 70 Mal waren die Besatzungen der DGzRS für rund 130 Menschen auf Nord- und Ostsee im Einsatz. Allein die freiwilligen Seenotretter der Station Timmendorf/Poel zählten am Samstag sechs Einsätze innerhalb von acht Stunden.
Wilma Sikorski, Wangerooge. Foto: DGzRS
Die große Erfahrung und ausgeprägte Revierkenntnis der Wangerooger freiwilligen Seenotretter verdankt ein Jollensegler sein Leben. Am 12. September sank sein Boot vor dem Westende der Insel. Die starke Strömung zwischen den Inseln hatte den Schiffbrüchigen bereits auf die offene Nordsee hinausgezogen, als die Besatzung des Seenotrettungsbootes WILMA SIKORSKI ihn fand.
Intensiv bereiten sich die Seenotretter auf das 150-jährige Bestehen der DGzRS vor. Höhepunkte werden neben den beiden Taufen ein Festakt im Bremer Rathaus am 29. Mai 2015 sowie eine sich anschließende „Woche der Seenotretter“ in Bremerhaven sein. Dort finden zeitgleich eine Messe für maritime Sicherheit sowie Konferenz und Kongress der International Maritime Rescue Federation (IMRF) statt.
Bereits am 30. und 31. Mai werden zu diesem Forum des internationalen Zusammenschlusses der Seenotrettungsdienste weltweit zahlreiche Rettungsboote aus vielen Ländern in Bremerhaven zu besichtigen sein. Für den 30. Mai ist zudem eine spektakuläre Schiffsparade auf der Weser geplant.
Ein Konzertabend mit Texten von Oswald Andrae im Foyer des Sozialgerichts
Am kommenden Sonnabend, 22.November, ab 20 Uhr stehen unter dem Motto „Stiekelstrüük – Stachelsträucher“ im Foyer des Elisabeth-Anna-Palais am Schlosswall 16 (Sozialgericht) in Oldenburg zwei Auftritte auf dem Programm, die sich auf sehr unterschiedliche Weise mit dem Werk des jeverschen Schriftstellers Oswald Andrae (1926-97) befassen.
Iko Andrae, der in Oldenburg lebende Sohn des Autores und seine Band haben 2009/10 im wunderschönen Foyer des Palais ihre CD „Stiekelstrüük“ aufgenommen, 19 auf Oswald-Andrae-Texte komponierte Songs. Die vier Musiker wollen ihr Werk nun fünf Jahre später am Ort der Aufnahme live aufführen. Iko Andrae wird dabei begleitet von seinen Kollegen Michael Jungblut an der Gitarre, Bahli Bahlmann an den Drums und Olaf Liebert am Bass.
Cor-a-Song ist ein gemischter Chor aus Oldenburg und hat beim Plattart-Festival 2013 im Oldenburgischen Staatstheater „De Fahn“ aufgeführt. „De Fahn“ ist ein kurzes Gedicht Oswald Andraes gegen den Fahnenkult und wurde 1973 vertont von Günther Maurischat. Cor-a-Song wird im Elisabeth-Anna-Palais dieses Chorstück noch einmal aufführen.
Iko Andrae und seine Band haben 2009/10 ihre CD „Stiekelstrüük“ aufgenommen. Die vier Musiker wollen ihr Werk nun fünf Jahre später am Ort der Aufnahme live aufführen. Iko Andrae wird dabei begleitet von seinen Kollegen Michael Jungblut an der Gitarre, Bahli Bahlmann an den Drums und Olaf Liebert am Bass.
Oswald Andrae war ein über die Grenzen seiner Heimat bekannter und preisgekrönter Lyriker aus Jever. Zu Lebzeiten schon wurde er als Erneuerer der niederdeutschen Dichtkunst gefeiert, der diese in seinen Versen ab den 1960ern vom Verstaubten und oft Gestrigen befreite und sie in einen aktuellen und sehr wirklichkeitsnahen Kontext brachte. Viele seiner Texte wurden von niederdeutschen Folksängern in musikalische Form gebracht.
Die CD „Stiekelstrüük“ erschien 2010 beim Folklabel Artychoke und wurde schon bald in der Liederbestenliste des Vereins für deutschsprachige Musik e.V. als CD des Monats Januar 2011 ausgezeichnet. Das Album wurde überwiegend im Elisabeth-Anna-Palais aufgenommen. „Das große Foyer des Hauses bot sich wegen seiner fast sakralen Akustik als Aufnahmeort an. Das ganze Album war inspiriert durch das Cowboy-Junkies-Album „The Trinity Sessions“ von 1988,“ so Iko Andrae.
Am Tag nach dem Konzert im Foyer des Sozialgerichts wird Oswald Andrae ein weiteres Mal geehrt. Das Mariengymnasium in Jever wird einen Raum einweihen, der seinen Namen tragen und sich ganz dem vielseitigen Schaffen seines ehemaligen Schülers widmen soll.