Tag 286 | Beckmann

Reinhold Beckmann im Lokschuppen in Jever.  Foto: Helmut Burlager
Reinhold Beckmann im Lokschuppen in Jever.
Foto: Helmut Burlager

Oldenburg, Hamburg, Bremen, Düsseldorf – das sind erste Stationen der Tournee, auf die „Beckmann & Band“ vom 25. Oktober an gehen. Die Jeveraner konnten sie schon Sonntag erleben, denn um das Programm sozusagen zu „testen“, hat der Talkmaster, Journalist und Sänger Reinhold Beckmann in einer Veranstaltung der Landessparkasse zu Oldenburg vorab ein Konzert in der intimen Atmosphäre des jeverschen Lokschuppens gegeben. Künstler und Publikum fanden es großartig. Die Rezension dazu gibt es morgen im Jeverschen Wochenblatt

Tag 282 | Angekommen

Ein Heim auf vier Rädern. Gunther Holtorf an seinem "Otto", der zum Wohnmobil umgebaut wurde. Foto©: Helmut Burlager
Ein Heim auf vier Rädern. Gunther Holtorf an seinem „Otto“, der zum Wohnmobil umgebaut wurde.
Foto©: Helmut Burlager

900.000 Kilometer, 215 Länder, ein Unfall. Der Geländewagen „Otto“ ist am Ziel seiner 26-jährigen Weltreise angekommen und mit ihm sein Besitzer Gunther Holtorf, berichtet soeben der Spiegel. Ein Mann und sein Geländewagen

Mit der Fahrt durch das Brandenburger Tor in Berlin ist heute, Mittwoch, eine unglaubliche Reise zu Ende gegangen, die Holtorf und seinen Mercedes in die exotischsten Länder geführt hat, aber auch nach Jever, wo er vor gar nicht langer Zeit seinen Freund Fritz Kleinsteuber besucht hat. Der Friesenblog berichtete darüber. Mit Otto über den ganzen Globus

 

 

Tag 279 | Friesisch-herb

So ganz nebenbei in der Vorbereitung auf einen kurzen Abendtermin erfahre ich, dass „Jever Pilsener“ Geburtstag feiert. Vor 80 Jahren hat der Braumeister Ernst Böhme an der Rezeptur des Bieres aus dem Friesischen Brauhaus herumgeschraubt und festgestellt, dass man dem „Jever“ wegen des besonders weichen Brauwassers, das aus einem brauereieigenen Wasserwerk auf der Geest in Siebetshaus stammt, mehr Hopfen zusetzen kann als anderen Bieren. So entstand das besonders herbe, heute vom Marketing als „friesisch-herb“ gerühmte Pilsener, das mittlerweile zu einer nationalen Marke geworden ist.

Im Rathaus von Jever wird heute Abend übrigens von einer Prüfungskommission der neue „Jahrgang“ des hopfenfrischen Bieres verkostet. Die Jury entscheidet darüber, ob das Bier verkauft werden darf oder an die Armen verschenkt werden muss. Das Ergebnis wird am Freitagabend bei der offiziellen Bierprobe im Schalander des Friesischen Brauhauses bekanntgegeben.

Es wäre übrigens das erste Mal, dass der neue Sud wegen Qualitätsmängeln verschenkt werden müsste…

Die Prüfkommission muss entscheiden, ob das Bier verkauft werden darf oder an die Armen verschenkt werden muss. Foto: Helmut Burlager
Die Prüfkommission muss entscheiden, ob das Bier verkauft werden darf oder an die Armen verschenkt werden muss. Foto: Helmut Burlager

Tag 269 | Ehrung

Landrat Sven Ambrosy hat den pensionierten Oberstudienrat Hartmut Peters (rechts) am Donnerstagabend mit der Frieslandmedaille für seine Verdienste um die Erforschung der NS-Vergangenheit des Jeverlandes geehrt.  Foto: Helmut Burlager
Landrat Sven Ambrosy hat den pensionierten Oberstudienrat Hartmut Peters (rechts) am Donnerstagabend mit dem Frieslandtaler für seine Verdienste um die Erforschung der NS-Vergangenheit des Jeverlandes geehrt.
Foto: Helmut Burlager

Das hätte er sich vor 30 Jahren auch nicht träumen lassen, dass er, der damals mit seinen Forschungsarbeiten zur NS-Geschichte des Jeverlandes und zur Verfolgung der Juden in der Nazizeit die Kleinstadtgesellschaft von Jever aufmischte, eines Tages mit der höchsten Auszeichnung geehrt werden würde, die der Landkreis Friesland zu vergeben hat. Hartmut Peters, Oberstudienrat i.R., ist am Donnerstagabend der Frieslandtaler verliehen worden. Der Landkreis würdigt damit seine Verdienste um die Aufarbeitung eines düsteren Kapitels der Regionalgeschichte. An diesem Wochenende wird am Ort der früheren Synagoge in Jever das Gröschler-Haus eingeweiht, ein Dokumentationszentrum und außerschulischer Lernort mit einer Ausstellung, die sich weitgehend auf Peters‘ Forschungen und die Arbeit der Schülergruppe fußt, die sich in den Achtzigerjahren daran machte, die NS-Vergangenheit offenzulegen. Ein  Bericht über die Ehrung am Sonnabend im Jeverschen Wochenblatt. Das Porträt von Hartmut Peters, das aus Anlass seiner Verabschiedung vom Mariengymnasium entstand, ist hier nachzulesen.

Tag 252 | Literatur

Und Pressemitteilungen der Polizei gehören doch zur großen Literatur. Ihr glaubt es nicht? Hier ungefilterte Nachrichten vom vergangenen Wochenende aus dem Jeverland.

1. Erschleichen von Leistungen Am Samstag, 06.09.14, um 04:15 Uhr, ließ sich ein alkoholisierter 27-jähriger Mann von einer Schortenser Diskothek bis nach Hause ins Wangerland fahren. Dort ließ er sich, abseits seiner eigentlichen Wohnanschrift, absetzen und entfernte sich, ohne den Fahrpreis zu entrichten. Leider vergaß der Mann seine Geldbörse mit etlichen Papieren auf dem Rücksitz. Sichtlich erstaunt wurde er zu Hause angetroffen, wo ihm die Einleitung eines Strafverfahrens bekanntgegeben wurde.

 2. Einfacher Schnaps-Diebstahl Am Samstagnachmittag, 06.09.2014, gegen 17.00 Uhr, betritt ein alkoholisierter Mann die Wohnung der Geschädigten in Jever durch eine offenstehende Tür, entwendet aus dem Wohnzimmer eine Flasche Rum und flüchtet. Hierbei wird er vom Sohn der Geschädigten beobachtet und auch erkannt. Dem 62-jährigen Beschuldigten erwartet nun ein Strafverfahren. Die Bekanntgabe der Einleitung des Strafverfahrens beim Aufsuchen der Wohnanschrift des Beschuldigten misslang, da er aufgrund seiner erheblicher Alkoholisierung die Belehrung gar nicht mehr verstehen konnte.

3. Gefährliche Körperverletzung/ Sachbeschädigung / Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte:    Am Sonntagmorgen, 07.09.2014, gegen 02.43 Uhr, schlug ein 24-jähriger Mann aus Wilhelmshaven einem 39-jährigen Mann aus Schortens in einer Diskothek in Schortens ein Glas gegen den Kopf. Das Opfer würgte daraufhin den Glasschläger. Beide wurden der Diskothek verwiesen. Außerhalb der Diskothek verhielt sich der 24-Jährige weiterhin verbal aggressiv gegenüber anderen Personen und warf mit einer Bierflasche eine Heckscheibe eines geparkten Pkw ein.

Aufgrund der Verhaltensauffälligkeit des Beschuldigten musste dieser dem Gewahrsam des PK Jever zur Verhinderung der Begehung weiterer Straftaten zugeführt werden. Hierbei wehrte er sich zunehmend, schlug und trat um sich, so dass ein Polizeibeamter am Schienbein und ein Polizeibeamter am Handgelenk verletzt wurden. Dem Beschuldigten wurde in der Dienststelle des PK Jever eine Blutprobe entnommen und dieser durfte in der Zelle seinen Rausch ausschlafen. Bei späterer Entlassung wurde dem Beschuldigten die Einleitung mehrerer Strafverfahren bekanntgegeben.

4. Trunkenheit im Verkehr Am Sonntagmorgen, gegen 07.00 Uhr, fiel einer 31-jährigen Fahrzeugführerin in Schortens auf, dass ein vor ihr fahrender Pkw, auffallend in Schlangenlinien geführt wurde. Der Pkw wurde über mehrere Bordsteine gelenkt und beschleunigte zeitweise extrem. Einer entgegenkommenden Funkstreifenwagenbesatzung fiel der Pkw sofort in der Jeverschen Straße in Schortens auf, da ein Reifen augenscheinlich „platt“ war. Bei der anschließenden Kontrolle der Fahrzeugführerin stellte sich heraus, dass diese offenkundig erheblich alkoholisiert war. Ein Test ergab jedoch lediglich eine Atemalkoholkonzentration von 0,87 Promille. Die weiteren Befragungen ergaben, dass die 64-jährige Fahrzeugführerin aus Schortens eine erhebliche Sehschwäche aufwies und zudem etliche Medikamente zu sich genommen hatte. Die Blutentnahme und die vorläufige Entziehung der Fahrerlaubnis wurde richterlich angeordnet.

Tag 248 | Kamikaze

Nachdem mir heute auf dem Weg zur Arbeit ein rasender Autofahrer in einem Wohngebiet die Vorfahrt genommen hat und eine weitere Autofahrerin an einer Einmündung mich erst im allerletzten Moment sah und bremste, also zwei Beinahunfälle auf eineinhalb Kilometern, geht mir das Thema Sicherheit für Radfahrer mal wieder durch den Kopf. Ich fahr ja schon kaum noch auf Radwegen, weil es dort in Jever ziemlich gefährlich ist. Und, siehste: Der Tagesspiegel berichtet just im Moment darüber: Die Straße, der unbekannte Radweg

Tag 241 | Toyisten

Dejo, einer der Begründer des Toyismus, mit seiner Marke, mit der er in der Öffentlichkeit auftritt. Die Botschaft: Die Kunst ist wichtig, nicht der Künstler. Foto: Toyism Studio
Dejo, einer der Begründer des Toyismus, mit seiner Marke, mit der er in der Öffentlichkeit auftritt. Die Botschaft: Die Kunst ist wichtig, nicht der Künstler. Foto: Toyism Studio

Grell, bunt, formenreich. Die Kunstrichtung des Toyismus ist nicht zu übersehen – zumindest nicht im niederländischen Emmen, wo ein Hotel und ein Gastank von Toyisten bemalt worden sind. Jetzt kommt der Toyismus auch nach Deutschland. Der Lions Club Jever präsentiert die Künstlerbewegung am Donnerstag, 11. September, um 18 Uhr im Immobilien- und Finanzzentrum der Volksbank Jever mit einer nur wenige Stunden dauernden Ausstellung, einem Vortrag und der Vorstellung eines druckfrischen Kunstkalenders für das Jahr 2015. Die Aktion entstand in Koproduktion mit dem Lions Club Emmen (NL), der seit 25 Jahren partnerschaftlich mit dem Serviceclub in Jever verbunden ist.

Die Bewegung der Toyisten ist vor gut zwanzig Jahren in Emmen entstanden, inzwischen ist sie weltumspannend – und ein wenig rätselhaft, denn alle Künstler treten nur unter einem Künstlernamen und in der Öffentlichkeit stets maskiert auf. Mehr darüber gibt es hier zu lesen: Grell und bunt und anders

Tag 235 | Engelreich

Von Julia Grimm

„Es ist geschafft.“ Mit den Worten sprach der mission:lebenshaus-Geschäftsführer Pastor Uwe Mletzko allen Förderern, Mitarbeitern und Ehrenamtlichen des neuen Angelika Reichelt Kinder- und Jugendhospizes Joshuas Engelreich in Wilhelmshaven förmlich aus der Seele. Die Einrichtung für schwer erkrankte Kinder vom Säuglingsalter bis 24 Jahren wurde am Freitag, 22. August 2014, feierlich eingeweiht. 

Wirtschaftsminister Olaf Lies war Ehrengast bei der Einweihung des Kinder- und Jugendhospizes in Wilhelmshaven. Foto: Helmut Burlager
Wirtschaftsminister Olaf Lies war Ehrengast bei der Einweihung des Kinder- und Jugendhospizes in Wilhelmshaven. In der ersten Reihe von links Bauträger Bodo Behnke, die Leiterin des Hospizes Irene Müller, die Stifterin Angelika Reichelt und ihr Mann Heinz Feldhusen. Foto: Helmut Burlager

Zehn Monate lang wurde das ehemalige Polizeigebäude an der Kurt-Schumacher-Straße kernsaniert, fast sämtliche Wände versetzt alle Kabel neu verlegt und 350 Tonnen Bauschutt weggefahren. „Zu Spitzenzeiten waren wohl 60 bis 70 Handwerker auf der Baustelle unterwegs“, so Bauherr Bodo Behnke von FDS Immobilien, der Uwe Mletzko, Hospizleiterin Irene Müller, Angelika Reichelt und Pflegedienstleiterin Sabine Tepaß-Boldt den symbolischen Schlüssel überreichte.

Mit der feierlichen Eröffnung und Segnung des Hauses kann sich das Projekt „Kinder- und Jugendhospiz vor den Toren der Nordsee“ jetzt seiner eigentlichen Aufgabe widmen. Im Kinder- und Jugendhospiz Joshuas Engelreich läuft seit Mittwoch, 20. August 2014, der Betrieb. Während knapp 200 geladene Gäste den Rednern und der Band „Musica Butjensis“ im Seminarraum folgten, ging der Hospizalltag im Hauptgebäude mit den ersten betroffenen Familien weiter. Frieslands Landrat Sven Ambrosy erinnerte daran, dass es vor kurzem erst Urteile gab, in denen Seniorenanlagen nur in Gewerbegebieten entstehen dürften. „Es ist wichtig, dass es solch einen Ort mitten im Leben gibt“, hielt er dagegen.

Das 2200 Quadratmeter große Projekt bewegte in den vergangenen Wochen und Monaten nicht nur intensiv die Mitarbeiter der mission:lebenshaus gGmbH als Träger des Hospizes, sondern auch die Menschen aus Wilhelmshaven, Friesland und Ostfriesland. Nach einem großen Spendenlauf in Jever pilgerten am vergangenen Samstag zum Tag der offenen Tür mehr als 4500 Besucher und begutachteten zum ersten Mal die neuen Räumlichkeiten. Wilhelmshavens Oberbürgermeister Andreas Wagner, Petra Gottschalk als Vorsitzende des Fördervereins Kinder- und Jugendhospiz und Pastor Manfred Meyer vom Diakonischen Werk erinnerten daran, welch große Aufgaben und Lasten den Kinderhospizmitarbeitern mit den Sorgen der betroffenen Familien und den Erkrankungen der jungen Gäste in Zukunft bevorstehen. Sie schenkten ihnen in ihren Worten aber auch das Vertrauen, die Aufgaben zu meistern. Sabine Kraft als Vorsitzende des Bundesverbands Kinderhospiz musste spontan ihren Besuch absagen. Den wohl wichtigsten Teil der feierlichen Eröffnung übernahm Kreispfarrer Christian Scheuer mit der Segnung des Hauses. Er schenkte Pastor Uwe Mletzko und Hospizleiterin Irene Müller einen Pinsel, mit dem jederzeit das christliche Kreuz  an den richtigen Platz an der Wand verewigt werden kann.  „Am Ende bleiben unsere Gedanken bei denen, die Unterstützung brauchen“, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies in seinem Grußwort.

Tag 231 | Schnitzel

Was das Essen angeht, ist Holland ja, sagen wir es mal vorsichtig: anders. Man sollte annehmen, dass die Niederländer es genau so wollen, sonst würden sie ja kochen wie wir oder wie die Franzosen oder die Schweizer. Aber irgendwie hadern sie doch mit ihrer eigenen Küche. Dem Besucher aus dem Nachbarland, den wir heute Mittag in eines der besseren Restaurants in Jever führten, gingen schon beim Studieren der Speisekarte die Augen über, und voller Freude bestellte er sich dann etwas, das er offenbar jedesmal bestellt, wenn er in ein deutsches Gasthaus geht: Schnitzel! „Gibt es die bei Euch nicht?“ „Doch“, sagt er. „Aber bei uns kann man sie nicht essen!“

Tag 224 | Ausgeladen

Eine Facebook-Gruppe, die sich „Jever aktuell“ nennt, hat sich das Wort von Voltaire zum Motto gemacht:  „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst“. So tolerant ist man nicht überall im Nordwesten. Sogar die „Süddeutsche“ hat einen Vorgang im Emsland aufgegriffen, der ein bisschen sprachlos macht: Erklärungsnot nach Redeverbot