Tag 44 | Upjever

Der Fliegerhorst Upjever wird seit dem Sommer 2013 nicht mehr als Flugplatz genutzt und wird es wohl nie wieder werden. Was für eine Verschwendung von teuer bezahlter Infrastruktur, sagen die einen, denn schließlich wurde da eine vollständig intakte Start- und Landbahn samt Rollfeld aufgegeben. Was für eine Chance, sagen die anderen. Denn der Fliegerhorst war ja nicht immer da. In den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts im Zuge von Hitlers Rüstungspolitik in einem zusammenhängenden Waldgebiet angelegt und in den fünfziger Jahren für die Royal Air Force der Briten noch einmal drastisch erweitert, hat die Militärbasis über Jahrzehnte einen überregional zusammenhängenden Grünzug zerschnitten, sagt Helmut Wilbers, Sprecher der Initiative „Upjever-lieb-ich“. Er denkt, was viele noch nicht denken mögen: den teilweisen Rückbau der nun ohnehin stillgelegten Betonflächen Mehr lesen: Upjever-lieb-ich

Tag 43 | Verdächtigt

Der Hund auf dem Bürgersteig macht den Rücken krumm, Herrchen am anderen Ende der Leine bleibt stehen. Haben wir ihn endlich erwischt, den Missetäter, der dafür sorgt, dass man im Dunkeln nicht mehr spazieren gehen mag, weil hinterher garantiert die Schuhe versaut sind. Ganz abgesehen davon, wie das seit Monaten aussieht in unserer Straße. Haufen an Haufen, manche dezent an die Hecke gesetzt, viele direkt aufs Pflaster. „He, Sie wollen doch nicht etwa weitergehen, ohne das wegzumachen? Was ist das für eine Sauerei?“ Man wundert sich über sich selbst, wie laut man plötzlich geworden ist. Das Gegenüber kann es allerdings auch. „Was glauben Sie, was ich hier habe?“, schreit er, zieht dünne Plastiktütchen aus der Jackentasche hervor. „Und was glauben Sie, wie mir das stinkt, ständig angepöbelt zu werden, weil ich meinen Hund ausführe?“ Tja, da ist eine kleine Entschuldigung fällig, verbunden mit der Bitte um Verständnis, wie sehr einen das mittlerweile anekelt, dass manche Hundehalter sich so verhalten. Aber eben nicht dieser. Sorry. Irgendwann wird uns der Richtige über den Weg laufen. Das wird dann wirklich  laut werden.

Tag 42 | Synergie

Schleichende Veränderung auf dem einst so vielfältigen Zeitungsmarkt in Ostfriesland. In der Zeitungsgruppe Ostfriesland (ZGO) sind bereits drei ehemals selbstständige Presseverlage aufgegangen, die Ostfriesen-Zeitung (OZ), die Ostfriesischen Nachrichten (ON) und der General-Anzeiger (GA). Für ein paar Jahre bewahrten sie ihre relative Eigenständigkeit, doch inzwischen zieht die Zeitungsgruppe mehr und mehr die Synergien aus dem Zusammenschluss. Jüngst wurde zum Beispiel der Vertrieb der Blätter am Hauptsitz der ZGO zusammengefasst. Die ZVO aus Rhauderfehn ist mittlerweile dorthin verlegt worden.  Zum Bericht.

Tag 41 | Echt Nordwest

RTL-Beitrag zum Thema. Einfach draufklicken!
RTL-Beitrag zum Thema. Einfach draufklicken!

Das streiten sich die Niedersachsen und die Schleswig-Holsteiner also darüber, was der „echte Norden“ ist. Sollen sie doch. Wir Ostfriesen und Oldenburger sind ja nicht wirklich betroffen, denn Niedersachsen sind wir nicht freiwillig geworden, Schleswig-Holstein ist weit weg und den Titel, dass wir der „echte Nordwesten“ und hundert Prozent Friesland sind, kann uns sowieso keiner nehmen.

RTL Nord – Slogan provoziert Niedersachsen

Tag 40 | Jewer

Das Video, mit dem Jever erklärt, warum Jefer als Jewer ausgesprochen wird.
Das Video, mit dem Jever erklärt, warum Jefer als Jewer ausgesprochen wird.

So, nun wäre das auch erklärt. Das Friesische Brauhaus zu Jefer hat ein kleines Video veröffentlicht, in dem erläutert wird, warum alle Welt Jewer sagt, wenn es ums Bier geht und nicht um die Stadt. Allerdings: Das mag für Menschen gelten, die jenseits des Küstenkanals wohnen. Für Jeveraner bleibt es bei Jefer, auch wenn sie von Bier reden. Zum Video

Tag 39 | Weißkopfadler

Sorry, mir war nach Streiten zumute. Das hab ich dann, um den häuslichen Frieden nicht zu belasten, einfach auf Facebook gemacht. In einer Gruppe, die sich „Jever aktuell – Politik + Gemeinschaft“ nennt. Die ist ja wohl zum Streiten gegründet worden, oder? Was mich also aufregte, war, dass dort ein gewisser Ano-Jesper Nymus Meinungsbeiträge postet, in denen er über die Politik herzieht. Was ja nicht verboten ist. Aber feige, wenn man es nicht mit eigenem Namen und Gesicht, sondern unter Pseudonym und mit dem Konterfei eines Weißkopfadlers tut. Aus der Deckung der Anonymität lässt sich trefflich meckern und lästern, das hat leider im Netz immer mehr um sich gegriffen. Ich hab’s also beanstandet in dem Forum und eine schöne Diskussion ausgelöst. Der einzige, der’s nicht begriff, war übrigens der Weißkopfadler.

Tag 38 | Lichtblick

Es wird ja ständig vom „Problem“ der Zuwanderung und der steigenden Asylbewerberzahlen gesprochen. Man könnte also vermuten, dass auch die andauernde Berichterstattung über solche Themen ein „Problem“ für die Mediennutzer darstellen könnte. Es ist eine angenehme Erfahrung, dass der Beitrag über den Tod des 24-jährigen Fidel Kuflu aus Eritrea, der nach zweijähriger Flucht in Schortens angekommen war und nun gestorben ist, ausnahmslos Reaktionen der Anteilnahme und der Hilfsbereitschaft ausgelöst hat. Bei der Familie, die sich um die trauernden Afrikaner kümmert, stand gestern das Telefon nicht still. Unbekannte Menschen drückten ihr Mitgefühl aus, fragten, wie sie die Eritreer unterstützen können. Manche werden heute mit auf den Friedhof gehen, wenn Fidel Kuflu um 10.30 Uhr in Sande, wo er im Krankenhaus starb, beigesetzt wird. Wie sagte die Nachbarin Henderika de Winter? „In solchen schweren Zeiten ist es so wichtig, dass man zusammenhält, egal welche Hautfarbe oder Religion man hat.“ Nichts hinzuzufügen.

Tag 37 | Lampedusa

Lampedusa ist weit weg. Die schrecklichen Bilder von gekenterten Seelenverkäufern, ausgezehrten Schiffbrüchigen, angeschwemmten Leichen und eingesperrten Asylbewerbern berühren uns, aber wir können ja nichts tun. Was, wenn wir erkennen, dass Lampedusa überall ist, dass wir die Probleme der Elendsmigration nicht von uns fernhalten können? Dass die dunkelhäutigen Frauen und Männer, die man in jüngerer Zeit in größerer Zahl in der Nachbarstadt Schortens sieht, über das Mittelmeer und Italien hierher gekommen sind, steht ja nicht auf einem Namensschild an ihrer Brust. Vor wenigen Tagen ist einer von ihnen, 24-jährig, im Nordwest-Krankenhaus in Sanderbusch gestorben, seine Organe, vermutlich strapaziert durch eine zweijährige aufregende Flucht von Eritrea nach Friesland, versagten ihren Dienst. Am Freitag wird Fidel, wie er hieß, in Sande beigesetzt, viele seiner afrikanischen Freunde, die genauso abenteuerliche Wege hinter sich haben, werden ihn beweinen. Lampedusa ist bei uns angekommen. Die ganze Geschichte dazu heute im Jeverschen Wochenblatt.

Tag 36 | Werkzeug

Die Volontärin von Radio Jade, die ein Praktikum in der Printredaktion absolvierte, kehrte etwas unglücklich vom ersten Termin zurück. Sie habe sich so unwohl gefühlt ohne Mikrofon und gar nicht gewusst, wie sie arbeiten soll, nur mit Block und Stift. Unsereinem geht es ja genau anders herum. Ohne Papier und Schreibgerät in der Hand fällt es schwer, Informationen aufzunehmen. So hat jeder seine Werkzeuge und seine Gewohnheiten. Voller Bewunderung höre ich, wie unsere Kollegin Jutte Przygoda vom NDR allein durch Audio Bilder im Kopf ihrer Zuhörer entstehen lässt, wie hier im Beitrag über die Südzentrale.

Tag 35 | Big Jim

Bandfoto2012Musik hören und Gutes tun. Wer das kombinieren möchte, hat am 15. März die Gelegenheit dazu. Zum dritten Mal gibt die Rockband „Big Jim“ in der Partyhalle des Restaurants „Jever Fass“ am Alten Markt in Jever ein Benefizkonzert zugunsten des Friedel-Orth-Hospizes. Auch der Lions Club Jever stellt sich an diesem Abend in den Dienst der guten Sache, er organisiert das Konzert und sorgt für die Bewirtung. Wie spät es losgeht und wo man Karten bekommt: Hier klicken