Klagelied eines Stamm-Liberalen

Dr. Fritz KleinsteuberFoto (c): H. Burlager
Dr. Fritz Kleinsteuber
Foto (c): H. Burlager

Das Dilemma von FDP-Wählern, die einerseits mit ihrer Partei hadern und andererseits die Notwendigkeit sehen, ihr über die Fünf-Prozent-Hürde in Niedersachsen zu helfen, macht der Stamm-Liberale Dr. Fritz Kleinsteuber aus Jever in einem Aufsatz für den Friesenblog deutlich. Die eigene Partei wählen oder doch lieber nicht? Es ist Kleinsteubers Problem, aber auch das seiner Nachbarn und Freunde, die eigentlich ganz andere Parteien wählen. Dr. Fritz Kleinsteuber war langjähriger Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Indonesischen Industrie- und Handelskammer in Jakarta, Indonesien. Heute lebt er in Jever und zeitweise in Jakarta.  Lesen Sie hier:

Mein Problem und das meines Nachbarn

Reicht

Da gibt es einen ziemlich klaren Grundsatz: Anonyme Briefe und Mails an Zeitungsredaktionen wandern in den Papierkorb. Man kann keine Meinung veröffentlichen, zu der der Einsender nicht mal mit seinem Namen stehen mag. Es kommen viele solcher Briefe an. Mal sind sie einfach nur nicht unterschrieben, mal unterzeichnet von Herrn „Ein empörter Bürger“, mal ist der Name des Absenders ausgedacht, die Adresse erfunden. Manchmal muss der Redakteur zweimal hinschauen. Der Wutbrief, den neulich  jemand per E-Mail schickte, war unterschrieben von: S. Reicht.

Lions Club Jever gründet eine Bank

Der Lions Club Jever hat eine Bank gegründet. Aus dem Erlös des Weinlokals auf dem Altstadtfest und aus Spenden der Mitglieder stammen die 5000 Euro, mit denen eine neue „Trust-Bank“ in der Voltaregion in Ghana finanziert werden konnte. Dabei handelt es sich um eine kleine Kreditgenossenschaft von Frauen, die sich mit Hilfe von Mikrodarlehen eine bessere wirtschaftliche Existenz aufbauen. Am Montag bekamen die Lions durch Vertreter von Opportunity International Deutschland (OID) den Startbericht ihrer Mikrobank ausgehändigt.

Übergabe des Startberichts der "Bank  mit Herz". Das Bild zeigt von links Lions-Präsident Helmut Burlager, Stefan Knüppel und Anke Luckja von OID  sowie die Lions Hermann Neunaber, Andreas Kreye, Dr. Benno Wördehoff und Manfred Molitor.
Übergabe des Startberichts der „Bank mit Herz“. Das Bild zeigt von links Lions-Präsident Helmut Burlager, Stefan Knüppel und Anke Luckja von OID sowie die Lions Hermann Neunaber, Andreas Kreye, Dr. Benno Wördehoff und Manfred Molitor.

http://www.bank-mit-herz.de

 

Friesen rufen zum Wahlboykott auf

Aurich – Klingt ein bisschen verrückt, ist aber wahr: Kurz vor der Landtagswahl in Niedersachsen (20. Januar)  hat die Partei der „Freien Friesen“ zum Wahlboykott aufgerufen. Der Sprecher der Regionalpartei, Michael Stredelmann, hat das heute damit begründet, dass das Land Niedersachsen sich weiter quer stelle, die „Friesen“ als Minderheitspartei anzuerkennen und von der Fünf-Prozent-Hürde bei Landtagswahlen zu befreien.

Seit ihrer Gründung im Jahre 2007 kämpft die Partei „Die Friesen“ für die Abschaffung der Fünf-Prozent-Hürde, um als Minderheitspartei in den Niedersächsischen Landtag einzuziehen und für die Bürger Ostfrieslands in den Bereichen Kultur, Naturschutz und Wirtschaft zu kämpfen. Die Friesen berufen sich dabei auch auf die Entscheidung der Bundesregierung, das Rahmenabkommen zur Anerkennung von Minderheiten zu unterstützen. Auch auf regionaler Ebene seien weder die SPD noch die Grünen bereit für eine Unterstützung des Anliegens der Friesen, heißt es in einer Pressemitteilung der Partei. Nach vielen Diskussionen innerhalb der Partei und mit parteinahen Beratern habe man deshalb die Entscheidung getroffen, zum aktiven Wahlboykott aufzurufen.

In der Pressemitteilung heißt es weiter: „Seit der Bekanntgabe des Aufrufs, stehen die Telefone nicht mehr still. Wir haben viele positive Reaktionen erhalten aber auch Anfeindungen, besonders aus Richtung konkurrierender Parteien. Von ‚undemokratischem Verhalten‘ und ‚Frechheit‘ ist die Rede, doch die Partei steht zu ihrem Entschluss: Wir machen das nicht mehr mit! Wir wollen nicht das geringere Übel, sondern eine Regierung, die in der Lage ist, ganz Niedersachsen zu vertreten. Und das ist offensichtlich nicht möglich “, so Eike Steinig, 1. Vorsitzender der Partei. Er forderte die Wähler in der Region dazu auf, den Stimmzettel ungültig zu machen.

Die Partei ist mehrfach bei Wahlen angetreten, sie hat Abgeordnete in den Kreistagen von Leer und Aurich sowie in den Gemeinderäten der Kommunen Hesel und Brookmerland.

www.die-friesen.eu

Minister Niebel lobt Bürger-Engagement

Gute Laune beim Ministerbesuch. Von links Stefan Knüppel, Vorstand von Opportunity International Deutschland, Entwicklungsminister Dirk Niebel und der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Werner Kammer, der die Begegnung vermittelt hatte. Foto (c): Helmut Burlager
Gute Laune beim Ministerbesuch. Von links Stefan Knüppel, Vorstand von Opportunity International Deutschland, Entwicklungsminister Dirk Niebel und der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Werner Kammer, der die Begegnung vermittelt hatte. Foto (c): Helmut Burlager

Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel, hat am Montagabend bei einem Treffen mit dem Freundeskreis Weser-Ems von Opportunity International in Wiesmoor das zivilgesellschaftliche Engagement dieses losen Zusammenschlusses von Förderern der Mikrofinanz-Arbeit gelobt.  Mikrokredite und die damit verbundenen Finanzdienstleistungen für die ärmsten Menschen in Entwicklungsländern seien ein wichtiger Baustein auch in der Arbeit des Bundesministeriums. Der Freundeskreis hat seit 2006 rund 470.000 Euro für Projekte in Ghana gesammelt. Hier geht es zum Bericht

Sonntagslektüre

Das Schönste an einem Sonntag ist doch, bei einem Stück guter Literatur zu entspannen. Bei Sätzen wie diesen fliegen die Gedanken davon: „Die Lohnsteuerkarte 2010 verliert wegen des generellen Wegfalls der Papier-Lohnsteuerkarte grundsätzlich ihre übergangsweise Gültigkeit mit Ablauf des Jahres 2012. Ab 2013 gelten vorrangig die „elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale“ (ELStAM) die von der Finanzverwaltung für alle Arbeitgeber bereit gestellt werden. Die Zuordnung der ELStAM-Daten zu den Steuerpflichtigen erfolgt zukünftig ausschließlich über die steuerliche Identifikationsnummer (IdNr.). Der beigefügte Ausdruck beinhaltet die vom Gesetzgeber so bezeichnte eTIN (electronic Taxpayer Identification Number : elektronische Idenfikations-Nummer für Steuerzahler), die als Ordnungsmerkmal in der Finanzverwaltung eingeführt wurde und von Ihnen in Ihrer Steuererklärung angegeben werden muss. Ich empfehle, den beigefügten Ausdruck als Nachweis sorgfältig aufzubewahren“.

Ein überflüssiger Hinweis. Ich habe noch nie ein gutes Stück Literatur weggeworfen.

Klootschießer warten auf den Länderkampf

Bei Kahlfrost gehen Oldenburger und Ostfriesen in Stollhamm an den Start

Von Rolf Blumenberg

Jever – Erst lernen die Friesen das Klootschießen, dann das Laufen, ist eine Weisheit, die aus grauer Vorzeit überliefert ist. Wenn diese Aussage heute auch ein wenig vermessen klingen mag, so hat doch der Friesensport in dem Land zwischen Weser und Ems immer noch einen extrem hohen Stellenwert. Immerhin gehören dem von Jan-Dirk Vogts angeführten Friesischen Klootschießerverband (FKV) mehr als 40.000 Mitglieder an. Während in der Breite das Boßeln im Vordergrund steht, gilt nach wie vor das Klootschießen als Krone des Friesensports. Das mag an der ausgefeilten Technik liegen, ganz sicher aber auch an der Urwüchsigkeit, die sich insbesondere zeigt, wenn sich Oldenburger und Ostfriesen in einem Länderkampf auf freiem Gelände gegenüber stehen.

Bei einem solchen Kräftemessen, dass demnächst in Stollhamm (Landkreis Wesermarsch) stattfinden soll, ist vieles noch so, wie es auch vor 200 Jahren war. Da wird die Anlaufmatte noch von Mattenträgern über zwei Kilometer getragen, da sorgen „Düsselmeister“ auf hart-gefrorenem Boden für eine glatte Anlaufbahn, da kündigen Trompeter mit den jeweiligen „Nationalhymnen“ die Werfer an, da sind einige tausend „Käkler und Mäkler“ dabei und – wenn es sein muss, gibt es auch mal verbale Auseinandersetzungen, natürlich in deftigem plattdeutsch. Und zwischendurch stärkt man sich bei Erbsensuppe und Grogg.

Derzeit trainieren die Werfer der beiden Landesverbände Woche für Woche und lassen sich nur wenig in die Karten kucken. Taktik spielt eine große Rolle. Sicher scheint, dass die Oldenburger eine Reihe von bekannten Namen aufbieten werden, darunter den amtierenden Europameister Thore Fröllje aus Grabstede. Dagegen haben die Ostfriesen möglicherweise einen „Joker“ in der Hinterhand, nämlich den langjährigen oldenburger Paradewerfer Bert Stroje.

In diesen Wochen wird viel darüber gefachsimpelt, mit welchen Stars die alten Rivalen antreten werden und wer die besten Siegchancen hat. Noch haben die Weiden von Carsten Meiners in Stollhamm nicht die nötige Wettkampf-Härte. Doch wenn der ersehnte Kahlfrost kommt, dann wird die Spannung steigen und dann wird es für einen echten Friesen nichts Wichtigeres geben als dabei zu sein.

Quelle: Pressemitteilung des Klootschießer- und Boßelvereins Stollhamm

Die Nacht der Nächte in Jever

Püttbier bei der "Melkenklamppütt" in Jever mit Püttmeisterin Käthe Blumenthal, ihrem Nachfolger Dieter Lübben  und Gastgeber Otto Meents. Foto: Helmut Burlager
Püttbier bei der „Melkenklamppütt“ in Jever mit Püttmeisterin Käthe Blumenthal, ihrem Nachfolger Dieter Lübben und Gastgeber Otto Meents. Foto: Helmut Burlager

Die Stadt Jever wirkt heute morgen ein bisschen verkatert, in der Stadt wurde in der vergangenen Nacht „Püttbier“ gefeiert, ein Traditionsfest der fast 30 Brunnengemeinschaften, die teilweise mehrere Jahrhunderte alt sind und sich alljährlich am Montag nach Heilige Drei Könige zur Rechnungslegung und Neuwahl des Püttmeisters zusammenfinden. Die Wasserprobe gehört dazu, und natürlich wird sie mit Feuerwasser vollzogen.

Mehr über das Püttbier 

Eine Bildergalerie gibt’s beim Jeverschen Wochenblatt und hier den aktuellen Bericht