Das Wattenmeer mit allen Sinnen

Wolfgang Half aus Dangast schrieb ein Buch über das Jahr im Watt

Von Dirk von Polenz

Seekajak auf dem Jadebusen. Foto (c): Dirk von Polenz

Dangast – Das Wattenmeer – unendliche Weite, umspielt von Ebbe und Flut. Jetzt mit Beginn der Tourismussaison rückt diese außergewöhnliche Landschaftsform wieder ins Interesse der Reiselustigen und Naturfreunde. Wattwanderungen und Führungen durch die Salzwiesen erfreuen die Gäste genauso wie Krabben pulen und Muscheln sammeln. Doch das Watt liegt nicht nur jetzt an unserer Küste, sondern das ganze Jahr und stellt sich außerhalb der Urlaubszeit oft ganz anders dar.

Wolfgang Half aus Dangast hat ein Buch über das Jahr im Wattenmeer geschrieben.

Diesen „Gezeitenwechsel im Jahreswechsel“, zwischen Eisgang im Winter und Sturmfluten im Herbst erläutert Wolfgang Half aus Dangast in seinem neuen Buch „KIJAUU – zwölf Monate Wattenmeer“.

Der zweite Teil des Titels ist das Leitmotiv des Buches, den Wechsel der Natur im Laufe der Jahreszeiten. Das Schlagwort „Kijauu“ soll den am häufigsten gebrauchten Laut der Möwe in unterschiedlichen Dehnungen wiedergeben. „Laut gesprochen, dabei gedehnt und in einer hohen Tonlage, fühlt man sich gleichsam und unmittelbar ins Watt entführt, den Wind und Geruch der Landschaft spürend, der Unendlichkeit nahe…“, erläutert der Autor in der Einführung.

Das Buchcover.

Diese Erläuterung des Titels ist eine Aufforderung: Man muss sich auf das Wattenmeer mit allen Sinnen einlassen, man muss und darf dem Gefühl Platz einräumen. Wolfgang Half hat dies auf unzähligen Erkundungen getan, die meisten davon auf eigenem Kiel. Alleine oder zu zweit, ist er mit Seekajak oder Faltboot aufs Watt, in die Priele und auf die Sandbänke hinausgefahren. Sich ruhig verhaltend und bewegend hat er seine Beobachtungen gemacht, viele auch auf eindrucksvollen Fotos festgehalten. Dabei beschreibt Half oftmals eigentlich bekannte Phänomene wie das Einsetzen der Flut oder das Aufziehen eines Gewitters. Seine Schilderung ist jedoch so detailreich und mitreißend, dass man die Präsenz des Wattenmeers spürt. An anderen Stellen erfährt der Leser viele Einzelheiten aus der Tierwelt, insbesondere die Aufzucht der Säbelschnäblerküken wird spannend dargestellt.

Doch Half beschreibt nicht die heile Welt des Wattenmeers. Er spart auch dunkle Seiten nicht aus. Das sind natürliche Phänomene wie die soeben geschilderten Küken, die auf der nächsten Seite einer Silbermöwe zum Opfer fallen, als auch menschengemachte Probleme, wie der Todeskampf in einer Fischreuse. Auch die Problematik der Meeresverschmutzung wird im Nachwort, „kein Nachruf!“, wie der Autor betont, deutlich angemahnt. Natürlich ist auch der Mensch verwundbar. Die Episode „Schiffbruch“ im Kapitel „Oktober“ zeigt dies auf bewegende Art.

Das Buch will kein wissenschaftliches Werk und auch keine Anklageschrift sein, obwohl es von beidem etwas hat. In erster Linie ist es eine gefühlvoll geschriebene Schilderung des einzigartigen Lebensraums Wattenmeer. Ein Buch, das Lust macht auf Meer.

Wolfgang Half: KIJAUU – zwölf Monate Wattenmeer. Erschienen bei BoD-Verlag, Norderstedt, ISBN 978-3-8423-2779-5

Ein Hauch von Afrika in Ostfriesland

Aboubacar „Bouba“ Diakité bringt Nordlichtern das Trommeln bei 

Von Daniela Buhl 

Der jüngste Teilnehmer John-Wyclef Buhl (9 Jahre) ist besonders begeistert von dem Künstler, „ Es macht sehr viel Spaß, hier zu trommeln, Bouba ist ein sehr guter Lehrer“, sagte er.
Foto (c): Daniela Buhl

Wittmund – Die Musikschule Friesland-Wittmund hat Afrika nach Ostfriesland geholt. Aboubacar „Bouba“ Diakité aus Berlin brachte schon bei seinem ersten Workshop in Wittmund alle Teilnehmer dazu, mit dem guineischen Trommel- und Tanzkünstler gekonnt verschiedener Rhythmen zu trommeln. Nach einer Erklärung der Herkunft des zu spielenden Rhythmus‘ “Makru“ und deren drei Begleitungen wurde diese Schlagfolge auf Djembe, Dundun, Sangban und Kenkeni eingeübt.Mit viel Humor und Geduld von „Bouba“ vermittelt, spielten die Nachwuchstrommler diesen Rhythmus am Ende fast perfekt und sauber.

„ Es ist sehr schön hier oben an der Nordsee, die Gegend stahlt viel Ruhe aus“ so Bouba Diakité. „ Ich freue mich sehr, dass ich hier her kommen durfte und komme auch gerne wieder, wenn ihr möchtet“. Der jüngste Teilnehmer John-Wyclef Buhl (9Jahre) ist besonders begeistert von dem Künstler, „ Es macht sehr viel Spaß, hier zu trommeln, Bouba ist ein sehr guter Lehrer“, sagte er.

Im September kommt er wieder: Aboubacar „Bouba“ Diakité aus Berlin. Foto (c): Daniela Buhl

Im September kommt Bouba Diakitè , allein schon aufgrund der vielen Nachfragen, wieder nach Wittmund, um für die vielen Freunde der Djembe noch einige Workshops zu leiten. Mehr Infos auf der Homepage von „Bouba“:

www.bouba-diakite.com

Bundespräsident Gauck wird DGzRS-Schirmherr

Bundespräsident Joachim Gauck wird Schirmherr der DGzRS. Foto (C): Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

„Gerne bereit, die Arbeit zu unterstützen“

Berlin/Bremen – Bundespräsident Joachim Gauck hat die Schirmherrschaft über die Seenotretter übernommen. Mit den Worten „Gern ist er bereit, die wichtige Arbeit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger mit seinem Patronat zu unterstützen.“ ist in diesen Tagen bei Gerhard Harder, Vorsitzer der DGzRS, ein entsprechendes Schreiben aus dem Bundespräsidialamt eingegangen. Damit folgt Bundespräsident Gauck zugleich seinen Vorgängern im Amt, die stets als Schirmherren für die Seenotretter fungierten. Für die DGzRS sei dieses Signal von Seiten des Staatsoberhauptes von besonderer Bedeutung, da die gesamte Arbeit des deutschen Seenotrettungswerks ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen getragen wird, heißt es in einer Pressemitteilung der Gesellschaft. In ihrer Arbeit seien die Seenotretter auf die breite Unterstützung aus allen Teilen der Bevölkerung im ganzen Land angewiesen.

Nix mehr mit Hagebuttentee und Ketchupnudeln

Erste Club-Jugendherberge der Welt entsteht in Neuharlingersiel

Vor dem Haupthaus des zukünftigen DJH Resorts freuen sich Thorsten Richter, Geschäftsführer Deutsches Jugendherbergswerk (DJH) und Oliver Engelhardt, Projektleiter DJH Resort (rechts) auf die Eröffnung zu Ostern 2013.
Foto (c): Deutsches Jugendherbergswerk (DJH)

Neuharlingersiel – Im kommenden Jahr eröffnet in Neuharlingersiel an der niedersächsischen Nordseeküste die erste Club-Jugendherberge der Welt mit einem völlig neuen All-inclusive-Angebot. Mit knapp 400 Betten wird das DJH Resort eines der größten Häuser des Deutschen Jugendherbergswerks. Für Familien mit Kindern, Schulklassen, Sportgruppen und Tagungsgäste wird das Resort ein erlebnisreiches Angebot bereit halten. Geplant ist die Eröffnung für Ostern 2013.

Die Club-Jugendherberge Neuharlingersiel entsteht auf dem 30.000 Quadratmeter großen Gelände einer ehemaligen Reha-Klinik. „Wir haben ideale Rahmenbedingungen vorgefunden“, sagte Thorsten Richter, Geschäftsführer im Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) auf einer Pressekonferenz zur Ankündigung des Projekts am 31. Mai 2012. „Insbesondere das große Haupthaus präsentiert sich in hervorragendem Zustand, so dass weniger Umbauarbeiten als in vergleichbaren Projekten notwendig sind, um für unser Resort geeignete Räumlichkeiten und Sport- und Freizeitanlagen zu schaffen. Zudem haben wir früh den Dialog mit der Gemeinde Neuharlingersiel gesucht, um von Beginn an mögliche Kooperationen in die Planung einzubeziehen und das Angebot des Resorts noch attraktiver zu gestalten.“

Das DJH Resort liegt nur wenige Minuten vom familienfreundlichen Sandstrand der ostfriesischen Nordsee und dem charmanten Fischerdorf Neuharlingersiel entfernt. Vom Kanuanleger auf der Westseite des Areals aus ist der Ort sogar auf dem Wasserweg über die zahlreichen Siele erreichbar. 78 komfortable Familienzimmer, 14 Doppelzimmer, vier Apartments und sechs Bungalows – allesamt ausgestattet mit eigenem Badezimmer – bieten Raum für einen entspannten Urlaub. In einem typisch ostfriesischen Backstein-Schlösschen mit eigenem See laden Biergarten, Seecafé und Kaminlounge zu gemütlichen Stunden ein. Das Haupthaus beherbergt unter anderem das Resort-Restaurant sowie verschiedene Wellness- und Fitnesseinrichtungen. Auf dem Freigelände werden zahlreiche Sport- und Aktionsflächen wie Beachsportanlagen, Soccer-Courts oder Slackline-Areale angelegt. Spannende Bildungsprogramme, die insbesondere das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer in den Fokus rücken, machen die Klassenfahrt ins Resort zum echten Gemeinschaftserlebnis und binden das Haus inhaltlich eng an die Region und ihre Besonderheiten. Ein besonderes Highlight stellt zudem das umfangreiche Programm für Kinder und Jugendliche dar: Vom komplett eingerichteten Kindergarten samt Turnhalle über ein Kinderlabor bis hin zum Jugendtreff reichen die Angebote für die jüngsten Gäste.

Das Club-Konzept des DJH Resorts umfasst ein umfangreiches All-inclusive-Paket: Ein abwechslungsreiches Sport- und Unterhaltungsangebot ist ebenso im Preis enthalten wie eine liebevolle Kinderbetreuung vom Baby- bis zum Grundschulalter und eine erlebnisreiche Teenie-Animation, Vollpension inklusive Mittagssnack und alle nicht-alkoholischen Getränke. „Wir sind überzeugt, dass mit diesem komplett neuen Konzept ein extrem attraktives Angebot entsteht, das für unsere Ferien-Region rund um den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer eine sinnvolle Ergänzung darstellt“, so Jürgen Peters, Bürgermeister der Gemeinde Neuharlingersiel. „Vor allem für Familien mit Kindern wird unser Club-Resort eine spannende und dabei günstige Alternative zum bisherigen Unterkunftsangebot darstellen. Zudem wollen wir mit speziellen Tagungs- und Gruppenangeboten sowie besonderen Schulwochen auch außerhalb der Saison Gäste in die Region locken“, ergänzt Oliver Engelhardt, Projektleiter für das DJH Resort.

Der Cluburlaub im DJH Resort Neuharlingersiel ist ab sofort buchbar: Eine vierköpfige Familie zahlt für ein Wochenende von Freitag bis Sonntag mit All-inclusive-Paket ab 470 Euro. Buchung und Informationen unter http://www.djh-resort.de. Kostenlose Broschürenanforderung, Informationen und Beratung zu allen Jugendherbergen im Nordwesten Deutschlands montags bis freitags 10 bis 16 Uhr unter Tel. 0421 / 598 30 50, per Mail unter service.nordwesten@jugendherberge.de oder auf www.jugendherbergen-nordwesten.de.

Jugendherbergen im Nordwesten

Die Jugendherbergen des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) sind mehr als 100 Jahre alt und damals wie heute Spezialisten für junge und jung gebliebene Gäste. Die Jugendherbergen im Nordwesten umfassen 32 Jugendherbergen auf den Nordseeinseln und an der Küste, in Ostfriesland, im Emsland, im Oldenburger Münsterland, im Osnabrücker Land und im Bereich Bremen-Unterweser. Die Jugendherbergen sind Teil einer weltumspannenden Idee, die mit über 4.000 Häusern in mehr als 90 Ländern für Begegnung, Austausch, Toleranz und Verständigung steht.

Piraten fordern freien Strandzugang

Demo am Pfingstmontag in Hooksiel

Vor den Strandspaziergang haben die Kurverwaltungen den Eintritt gesetzt. Freien Strandzugang zumindest in nicht bewirtschafteten Zonen fordert die Piratenpartei. Wo Infrastruktur geschaffen wurde wie hier in Horumersiel, können auch nach Auffassung der Piraten Gebühren erhoben werden. Es müssen aber Abschnitte mit freiem Zugang zum Meer bleiben, fordern sie.
Foto (c): Helmut Burlager

Friesland/Hannover – Am Pfingstmontag, dem 28. Mai.2012, ab 14 Uhr will die Piratenpartei Niedersachsen mit einer Deich-Demonstration am Außenhafen in Hooksiel für  freien Strandzugang werben.  Das geht aus einer Mitteilung der Landespressestelle der Piratenpartei Deutschland Landesverband Niedersachsen hervor.

Der  Zugang zu den Nordseestränden soll nach dem Wahlprogramm der Piratenpartei Niedersachsen nur dann kostenpflichtig sein, wenn ein Strandabschnitt tatsächlich zu Kur- oder Badeaufenthalten bewirtschaftet ist. »Nicht jeder legt Wert auf eine Bewirtschaftung und nicht jede Familie kann sich das leisten«, so Andreas Neugebauer, der  Landesvorsitzende der Piraten. »Wer sich sein Essen selbst mitbringen möchte und keine Umkleidekabinen oder Duschen benötigt, soll auch die Chance haben, ohne Bezahlung unsere Natur zu genießen.«

 Die Piraten bedauern, dass der im Bundesnaturschutzgesetz geforderte freie Zugang zu Natur und Landschaft an Niedersachsens Küsten bisher nicht umgesetzt  wird. Strandspaziergänge und Wattwanderungen, oft schon der Blick auf das Meer sind nur gegen Bezahlung möglich.

 »Wir wissen, dass den Gemeinden durch die Kostenrechnungen des Landes Niedersachsen oft keine andere Wahl bleibt, als Eintritt zu nehmen«, so  Dr. Meinhart Ramaswamy, der Spitzenkandidat der Piraten für die  Landtagswahl. »Wir werden hierzu nach der Wahl hoffentlich im Landtag aktiv werden können und auf eine geringere Belastung der Gemeinden drängen.«

 Um ihre Position zu unterstreichen, laden die Piraten alle Bürger zu einem Pfingstausflug nach Hooksiel am Außenhafen ein. Am Pfingstmontag, dem 28. Mai  soll ab 14 Uhr mit einem 1,4 km langen Spaziergang auf dem Deich die Forderung nach freiem Strandzugang und gegen Kassenhäuser und kilometerlange Zäune betont werden. Sollte sich das Wetter für einen Ausflug nicht eignen, wird die Aktion zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Motor der Initiative der Piratenpartei ist der friesländische Kreistagsabgeordnete Janto Just (Bürger für Bürger, seit einigen Monaten für die Piratenpartei aktiv). Er hat in den vergangenen Tagen auf Wochenmärkten und in Fußgängerzonen in Jever und Umgebung intensiv für die Demo und für freien Strandeintritt geworben. In der Vergangenheit hat Just mit anderen, ähnlich hartnäckig verfolgten Initiativen, etwa gegen die Erdgaspreise des Energieversorgers EWE oder gegen die Abfallgebührenpolitik des Landkreises Friesland, Erfolge erzielt.

Nordsee GmbH startet WattWiki

Die Aufzeichnung persönlicher Geschichten beginnt

Friesland – Die Suche nach neuen Geschichten und Erzählungen geht jetzt erst richtig los: Ausgestattet mit technischem Equipment reisen die Watt-Reporter Dennis Briddigkeit und Simon Baumann vom 8. bis 25. Mai 2012 in einem Wohnmobil die niedersächsische Nordseeküste entlang. Hier sind sie auf der Suche nach interessanten Menschen, die ihnen von verborgenen Mythen, skurrilen Erlebnissen und ihren persönlichen Geschichten berichten. Alle Interviews werden per Video aufgezeichnet und auf der Website www.watt-wiki.com eingestellt. So geraten die Geschichten der Menschen vor Ort nicht in Vergessenheit und werden für alle nachfolgenden Generationen festgehalten. Wie die Erlebnisse von Edda Poppinga, der Weltmeisterin im Krabbenpulen: www.watt-wiki.com/2012/04/die-erste-geschichte-im-watt-wiki/

Startschuss für das WattWiki-Archiv
Mit der Tour der Watt-Reporter beginnt ein einzigartiges Augenzeugenprojekt: In der mehrwöchigen Expedition fangen Dennis Briddigkeit und Simon Baumann das Lebensgefühl der Menschen am Wattenmeer ein und archivieren es online. Mit dem Projekt hält die Nordsee GmbH zusammen mit ihren niederländischen Partnern aus dem TOEKOMST-Förderprojekt, Marketing Groningen und Provinsje Fryslan, die Wattenmeer-Geschichten für alle Menschen fest.

Das WattWiki wird zum Gedächtnis der Region
Mit der Entdeckungsreise der Watt-Reporter entsteht die Grundlage für das WattWiki – einer Plattform von den Menschen für die Menschen. Anschließend ist jeder gefragt, seine Wattenmeer-Erzählung zum WattWiki beizutragen. Damit schaffen die TOEKOMST-Partner eine personalisierte Sozial- und Kulturgeschichte des Lebens mit und am Wattenmeer. Regelmäßige Updates über den Aufenthalt der Watt-Reporter und ihrer persönlichen Eindrücke sind auf der Website und auf www.facebook.com/wattwiki abrufbar.

Quelle: Nordsee GmbH

Lebendig auf den Scheiterhaufen

Hexenprozesse im Jeverland – bewegender Vortrag im Schlossmuseum

Jever – Im Jahr 1592 ist es in Jever zu einem regelrechten Massenprozess gekommen, nach dessen Abschluss 13 Frauen und zwei Männer hingerichtet wurden. Ein Hexenprozess, und die nach schwerer Folter verurteilten wurden auf grausame Weise hingerichtet. Über diesen und andere Hexenprozesse im Jeverland berichtete Prof. Dr. em. Almuth Salomon in einem Vortrag vor dem Jeverländischen Altertums- und Heimatverein. Aberglaube, Liebe, Missgunst, Neid und Habsucht – solcherart waren die Zutaten der spektakulären Verfahren, aus denen es für die Angeklagten kein Entrinnen gab. Ein interessanter Bericht über den Vortrag, Verfasser Jörg Stutz, ist hier nachzulesen: Jeversches Wochenblatt

 

Gärtnerisches Kunstwerk: Der Jaspersche Garten

Dr. Eberhard Pühl nahm den Jasperschen Garten in seinen Gartenführer „Parks und Gärten zwischen Weser und Ems“ auf, der inzwischen in vierter Auflage im Isensee-Verlag erschienen ist. Das Bild zeigt Pühl 2008 in dem Garten, als die Anlage akut bedroht war.
Foto (c): Helmut Burlager

Jever – Hinter einer hohen Hecke gelegen und öffentlich nicht zugänglich fristet in Jever ein Kunstwerk im wahren Sinn des Wortes ein Schattendasein, der verwunschene Garten hinter dem sogenannten Schulerschen Haus an der Lindenallee. Früher auch als Jasperscher Garten bezeichnet, weil er auf dem weitläufigen Gelände angelegt wurde, das früher zum Anwesen der Familie Jaspers am Schlosserplatz gehörte. Aus ihr ist der berühmte Philosoph Karl Jaspers hervorgegangen. Er streifte als Kind in der Gegend dort herum und dürfte auch den Garten hinterm Schulerschen Haus gekannt haben. Der wurde schon vor knapp zwei Jahrzehnten in den Gartenführer „Parks und Gärten zwischen Weser und Ems“ des Gartenhistorikers Dr. Eberhard Pühl aufgenommen. Zwischenzeitlich war die Anlage von Parzellierung und Bebauung bedroht, weil Denkmalpfleger den wahren Wert dieses außergewöhnlichen Gartens nicht erkannten. Mehr lesen

Mit dem Lions-Club Jever in den Zoo Emmen

Von Andreas Kreye

Emmen
Gelbe Caps von der Verkehrswacht Jeverland als Wiedererkennungszeichen für die Kinder aus Friesland. Auf Einladung der Lions Clubs Jever und Emmen (NL) und betreut von den Freien Sozialen Diensten Friesland konnten sie einen spannenden Tag im Emmener Zoo verbringen. Foto (c): A. Kreye

Jever/Emmen (NL) – Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Lions Club Jever und den Freien Sozialen Diensten hat in der Vergangenheit schon vielen Kindern aus dem Jeverland Abwechslung vom tristen Alltag ermöglicht. Ein weiteres Kapitel der guten Zusammenarbeit wurde jetzt geschrieben. 15 Kinder aus Jever und Umgebung starteten früh morgens in der Marienstadt, um einen Tag im Zoo von Emmen zu verbringen. Die langjährige Freundschaft der Jeveraner zu dem Lions-Club in Emmen überwand alle bürokratischen Hindernisse und machte den besonderen Besuch möglich. Die Kinder merkten sehr schnell, dass sie im Ausland waren, zumal die Schilder nicht mehr zu lesen waren und die Gastgeber „so komisch“ sprachen. Durch den  Spaß an den exotischen Tieren und das gemeinsame Herumtoben auf den Spielgeräten entspann sich bald eine freundschaftliche Ebene, und die Kinder gewannen sehr schnell die Freundschaft der Holländer. Natürlich zogen die Elefanten, Nashörner, Giraffen, Löwen und Tiger die Kinder in ihren Bann. Aber auch die possierlichen Erdmännchen wurden zum Magnet.

Giraffen im Emmener Zoo. Eine von vielen Attraktionen. Foto (c): Udo König

Besonderen Spaß gab es bei der Fütterung der Paviane oder im Aquarium, als die Haie gefüttert wurden. Natürlich durfte die freie Zeit zum Herumtoben in der Spielscheune des Zoos nicht fehlen. Um der Gruppe ein einheitliches Aussehen zu geben und als Beitrag zur Sicherheit hat die Verkehrswacht Jeverland jedem Teilnehmer ein leuchtend gelbes Cap geschenkt. Erschöpft, aber rundherum zufrieden schlossen die Kinder ihre Eltern abends wieder in die Arme. Dank der guten Zusammenarbeit mit den Freien Sozialen Diensten konnten die Lions Clubs Jever und Emmen den Kindern einen Erlebnistag ermöglichen, den sie so schnell nicht wieder vergessen werden.

Ein paar Tage später hörten  einige Lions-Mitglieder aus Jever  in Emmen einen Vortrag des Zoo -Direktors Frankwin Beers, in dem er die Zukunftspläne des Zoos vorstellte. Der Zoo soll im Zuge der Verlegung aus dem Stadtzentrum auf das Zweieinhalbfache vergrößert werden und eine neue Zoo- und Erlebniswelt erhalten. Diese umfasst neben der Vergrößerung der Savanne und sonstigen Freigehegen Hallen mit Urwald- und Tropen-Atmosphäre, in denen man umhergehen oder auch mit den Affen in den Bäumen klettern kann. Es werden große Summen investiert und das Projekt soll in ertwa vier  Jahren realisiert sein. Das macht den Emmener Zoo für Besucher weiterhin hoch interessant. Bis dahin werden die Lions Jever sicher noch den einen oder anderen Besuch mit Kindern veranstalten.

Der Emmener Zoo

Dierenpark Emmen (nederlands)

Ich schütze das Klima

Von Helmut Burlager

„Wir haben uns ein Ziel gesetzt.“ Wir, das ist der Landkreis Friesland, und als einer von ungefähr hunderttausend Friesländern gehöre ich natürlich dazu, also habe auch ich mir ein Ziel gesetzt, wie ich aus einer Broschüre erfahre, die der Landkreis herausgegeben hat. Unser Ziel ist, so lese ich, das Klima zu retten. Wer macht da nicht gerne mit?

Es ist auch ganz einfach. Wir müssen alle an einem Strang ziehen, nicht warten, sondern starten, jeder kann etwas tun, ich muss nur erstens aus einer Liste von Klimatschutzmaßnahmen drei auswählen und sie umsetzen und dann zweitens mindestens drei Personen über die Folgen des Klimawandels und die möglichen Klimaschutzmaßnahmen informieren. Punkt zwei ist erledigt, sobald mindestens drei Leute diesen Beitrag gelesen haben.

Punkt eins ist da schon etwas schwieriger, auch wenn als Überschrift „So einfach geht’s“ drüber steht. Doch wie soll man sich entscheiden? Schalte ich, Vorschlag 1, alle Elektrogeräte aus, ehe ich in die Ferien fahre? Die Tiefkühltruhe würde es mir nach zwei Wochen mit pestilenzähnlichem Gestank heimzahlen. Soll ich, Vorschlag vier, beim Duschen das Wasser abstellen, wenn ich mich einseife? Mich fröstelts doch eh schon in diesem schrecklichen April. Soll ich, Vorschlag fünf, regionale Produkte kaufen? Mein Winzer von der Mosel wird mich für verrückt erklären, wenn ich ihm sage, dass ich nur noch Wein aus Friesland trinke. Soll ich, Vorschlag neun, beim Kochen immer den Topf mit einem passenden Deckel auf die passende Platte stellen? Dazu müsste ich den Deckel im Chaos des Topfschranks erst mal wiederfinden.

Nun, es bleiben ja noch ein paar andere Möglichkeiten, die Welt zu retten. Ich kann die Raumtemperatur um ein Grad senken (brrrr…), ich kann nur noch Energiesparlampen verwenden (gibt’s andere überhaupt noch?), ich kann auf Plastiktüten verzichten (habe allerdings 47 davon im Küchenschrank liegen), ich kann mich über die Vorteile einer energetischen Gebäudesanierung informieren (sich informieren ist immer gut, tut auch nicht weh!).

Die Welt retten, den Fön verkaufen. Foto(c): Anneke Glabasnia

Und dann werde ich dem Landkreis mal schreiben, dass er einen besonders effektiven Vorschlag vergessen hat. Ich habe nämlich schon vor Jahren begonnen, das Klima auf meine eigene Art und Weise zu schützen. Ich habe meinen Fön abgeschafft …