
Vor 22 Jahren wurde Opportunity International Deutschland aus der Überzeugung heraus gegründet, durch den Ansatz der sozialen Mikrofinanz mit dem Ziel der „Hilfe zur Selbsthilfe“ Armut an der Wurzel nachhaltig zu bekämpfen. Die Stiftung hat ihren Sitz in Köln, in Jever wird ihre Arbeit durch den Freundeskreis Weser-Ems um die Unternehmer Dr. Karl Harms und Jochen Ewald sowie Pastor Rüdiger Möllenberg von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Jever aktiv unterstützt. Der Freundeskreis hat seit 2007 Spenden in Höhe von nahezu 800.000 Euro für die Arbeit von Opportunity, vor allem im westafrikanischen Ghana, eingeworben.
Mit dem heutigen 1. Februar gibt es eine personelle Veränderung in der Stiftung. Anke Luckja, die seit Jahren in engem Kontakt zum Freundeskreis in Jever steht und die aus dem Nordwesten finanzierten Projekte entwickelt und betreut hat, ist durch den Stiftungsrat zum Vorstand von Opportunity International Deutschland bestellt worden. Anke Luckja ist seit mehr als zwölf Jahren in verschiedenen Funktionen für OID tätig und leitete zuletzt die internationale Projektarbeit der Stiftung. Seit drei Jahren war sie zudem Mitglied der Geschäftsleitung. Sie ist Nachfolgerin von Mark Ankerstein, der zu einer anderen Entwicklungsorganisation wechselt. „Wir freuen uns sehr, mit Anke Luckja eine ausgewiesene Expertin für Entwicklungszusammenarbeit als neuen Vorstand gewonnen zu haben. Anke Luckja ist aufgrund ihrer internationalen Erfahrung und ihres jahrelangen Engagements für Opportunity der Garant für eine erfolgreiche Weiterführung unserer gemeinnützigen Stiftungsarbeit“, sagte der Vorsitzende des Stiftungsrates, Dr. Andre Stoffels.
OID ist eine christlich motivierte Organisation, die seit 22 Jahren „Hilfe zur Selbsthilfe“ leistet. Mit dem Glauben an die Fähigkeit armer Menschen, sich selbst dauerhaft aus dem Kreis der Armut befreien zu können, bekämpft OID Armut im globalen Süden. In Kooperation mit erfahrenen Partnerorganisationen vor Ort werden Bildung und Unternehmertum als Investition in die Zukunft gefördert. Durch persönliche Betreuung, Vermittlung von fachlichem und unternehmerischem Wissen, den Zugang zu Schul- und Berufsausbildung sowie zu finanziellen Ressourcen wird armen Menschen die Chance gegeben, ihre wirtschaftlichen Aktivitäten auf- und auszubauen. Dadurch werden diese Menschen und ihre Familien dauerhaft in die Lage versetzt, ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben zu führen – frei von Armut.
Ein Theatererlebnis, das lange nachwirkt, beschert die Landesbühne Niedersachsen-Nord in dieser Saison mit Gotthold Ephraim Lessings Drama „Nathan der Weise“. Gestern Abend gastierte das Ensemble mit dem Klassiker in Jever und hinterließ beim Publikum am ausverkauften Dannhalm in jeder Hinsicht großen Eindruck: Eine großartige schauspielerische Gesamtleistung, aus der lediglich Johannes Simons als Nathan herauszuheben wäre, ein außergewöhnliches, durchdachtes Bühnenbild und ein Umgang mit Lessings „Dramatischem Gedicht in fünf Aufzügen“, der einen eigentlich sperrigen und antiquierten Text recht modern und jedenfalls verdaulich präsentiert. Das Thema selbst, der Wettstreit der großen Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam und die Frage, welche davon „wahr“ ist, könnte aktueller nicht sein.
Regisseurin Eva Lange hat in großer künstlerischer Freiheit aus dem umfangreichen literarischen Text, der 2013 unter dem Eindruck einer Kirchenbesetzung durch Asylbewerber in Wien entstand, ein sehens- und hörenswertes Sprechstück gemacht, in dem neun Schauspieler der Landesbühne Niedersachsen-Nord die Rolle der Flüchtlinge übernehmen und neun in Wilhelmshaven lebende Flüchtlinge den Part der Einheimischen, der Politiker und Bürokraten. Das alles in einem so sparsamen wie spektakulären Bühnenbild, gestaltet von Gunna Meyer, das den Asylraum Kirche ebenso prägnant darstellt wie das Mittelmeer als goldglänzendes Leichentuch, das die Toten bedeckt, die es nicht nach Europa geschafft haben. Die Toten, von denen die angekommenen Flüchtlinge sich fragen, ob sie es nicht in Wirklichkeit besser getroffen haben. Angekommen zu sein im Land der Hoffnung, und doch nicht wirklich da zu sein – das ist das bedrückende Thema der „Schutzbefohlenen“, die viele Zitate an klassische Darstellungen des Themas Flucht und Ausgrenzung enthält.


Der Jeveraner wird am kommenden Sonnabend, 23. April 2016, in einer Veranstaltung des Schlossmuseums Jever zum „Welttag des Buches“ mitwirken und Gedichte aus seinem gerade erschienenen Lyrikband „Spülsaum“ vortragen. Damit stellt er dieses Werk erstmals einem größeren Publikum vor.
87,8 Sekunden mit… Ein schönes kleines Sendeformat von Radio Jade. Jüngst hat Volontärin Jennifer Bullert mich dafür interviewt.